(Rekonstruktion eines verloren gegangenen Beitrags)
Die Deutsche Rhododendron-Gesellschaft empfiehlt auf ihrer Website rhodo.org zahlreiche sehenswerte Parks und Gärten. In Österreich nur zwei. Den Botanischen Garten Linz und den Privatgarten von Paul & Christine Fuchs in 5231 Schalchen.
Der Eintrag lautet „Ein seit 1976 gestalteter parkähnlicher Gehölzgarten mit ca. 500 Rhododendron und Azaleen sowie Magnolien und verschiedenen Sträuchern. Die Gehölzgruppen sind naturnah in einen alten Baumbestand integriert. Zum Grundstück gehört auch ein 1500 qm großer Naturteich, der auch als Badeteich genutzt wird.“ Also 50 Jahre alte Rhododendren in einem Park, ja DAS interessierte mich.
Schalchen liegt neben Mattighofen im oberösterreichischen Innviertel. Mattighofen ist eine Ecke, wo ich selten hinkomme. Von der Westautobahn-Abfahrt Mondsee Richtung Nordnordwest, via dem Irrsee nach Straßwalchen und weiter Richtung Braunau.
Auf dem Weg nach Schalchen fiel mir dieses extravagante Getreidefeld in der Ferne mitten im Ackerland auf.

Also Auto stoppen, wenden, zurückfahren, Parkmöglichkeit suchen und in unpassenden Schuhen durch die Fluren am Ackerrain hinwandern.

Hah, wunderschön! Ein seltener Anblick.



Da kann man sich nicht sattsehen!

Von Paul & Christine Fuchs in 5231 Schalchen eruierte ich (2025!) nur eine Festnetznummer,bei der niemand abhob und eine Mailadresse von der niemand antwortete. Die Mailadrfesse von Frau Mag. Fuchs, die als Psychotherapeutin tätig ist. Tätig war, wie mir ein Nachbar erklärte. Ich bin nämlich ohne Termin oder Voranmeldung einfach hingefahren. Und habe mich durchgefragt. Beide wären schon in Pension und gerade nicht daheim. Vielleicht gerade neue Rhododendren sammeln oder nur einfach Enkel besuchen? Ein Blick über den Zaun verspräche einen schönen Park.
Also ergebnislos zurück nach Hause. Frust. Stattdessen irgendwo im Nirgendwo eine interessante Hecke erblickt (Lonicera nitida, Immergrüne (Zwerg)Heckenkirsche oder Heckenmyrte).Die muss man erst einmal auf der Böschung so ebenmäßig schneiden und dann das Schnittgut auskämmen.Aber schön,extravagant und schön grün bzw.wintergrün ist sie. Und einfacher zu pflegen als eine grasbewachsene Böschung.


Dann bin ich einmal falsch abgebogen in Mattighofen und landete im Mattigtal.Vom Mattigtal hatte ich auch noch nie gehört. Ein schöner Zaun mit markanten Zaunpfeilern und restaurierten geschwungen geschnittenen Holzplanken erregte meine Aufmerksamkeit.

Ein verwunschenes Schloss im Mattigtal?



Und dann dieses Transparent am Zaun (am 11. Juni) lockte mich in einen „Geheimen Garten im Mattigtal“

.

Wegen des Schilds beim Eingang, zur Erdbeerzeit, bekam ich gleich Lust aufs Pflücken und Essen von Erdbeeren.
Aber es ging um Lavendel. Zum Selberpflücken. Im Schlossgarten des Schlosses Pfaffstätt.


Hinter der offenen Tür fand ich einen ausgerollten roten Teppich

…zum Grünen Salon

Wo mich auch die nette freundliche Schlossherrin (oder zukünftige Ahnfrau) erwartete und mir Kaffee und Kuchen offerierte.


Doch zuerst wollte ich den „Geheimen Garten“ besichtigen!



Der Rosengarten ist schon weit gediehen. Oder noch immer.


Kein Wunder, eine frühere Besitzerin des Schlosses Elsa von Württemberg war Rosenliebhaberin und -züchterin und schuf u.a.die Rosensorte ‚Rose von Pfaffstätt‘. Die freundliche Gartenbuchantiquarin Maria Mail-Brand beschreibt sie auf ihrer Website Welt der Rosen als historische Remontantrose. Die Züchterin Herzogin Elsa von Württemberg benannte diese gut duftende, weiße Rose nach ihrem 1929 gekauften Landsitz Schloss Pfaffstätt in Oberösterreich (siehe die Beschreibung der Rose Prinzessin Elsa zu Schaumburg-Lippe)




Der Gemüsegarten schaut (noch) nicht aus wie der von Schloß Villandry, er soll nur die Schlossbewohnerinnen versorgen.


Dafür dürfen dort auch edle Blumen wachsen:

Samt echt antiker Armillarsphäre:


Jaaa, zurück in den kühlen Grünen Salon!


…und zur Rast (wie in England in den Schaugärten)…


Dort begegne ich auch dem Schloßhund (der gar nicht heult wie so einer), nein er schaut zufrieden. Mit einem blauen und einem braunen Auge.


Wurde doch noch eine schöne Gartenreise. Bin zufrieden.




Zum Drüberstreuen fand ich noch eine Werkstatt samt Schauraum für Gartenaccessoires:



War ein netter Nachmittag im Schloss!

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