bier – garten – wanderung 2026

Bei der bier – garten – wanderung 2025 dürften Irene und ich uns so zivilisiert gezeigt haben, dass wir auch 2026 an dieser Wanderung teilnehmen durften.

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Organisiert hatten diese Wanderung wieder Saison-MitarbeiterInnen der Bayreuther Festspiele, BeleuchterInnen, KulissenbauerInnen (oder sagt man Kulissenbäuerinnen?), Requisiteurinnen, Bild und Ton und solch Künstlervolk, die meisten im Brotberuf bei anderen Theatern arbeitend oder freiberuflich tätig und immer wieder gerne in der Sommerpause bei den (gut zahlenden) Bayreuther Festspielen dabei.

Hauptziel der Wanderung war, die Biere von 3 bayerischen Land-Wirtshaus-Brauereien auszuprobieren. Und mit jeder „Halben“ intus umso vergnügter zur nächsten Schankstätte zu wandern. Für Garteneinblicke fand ich im Vorbeimarschieren trotzdem Zeit.

Start und Ziel war Waischenfeld. Auch mit einer Brauerei. Allerdings würde die erst um 16:30 Uhr aufsperren, also war sie das Endziel.

Der Weg war gut ausgeschildert. Solche Wegpfeiler findet man halt nur in Bayern:

Der Automat an der Bushaltestelle war auch speziell:

Aber auf Nr. 50 zwei Maiskolben, für die Vegetarier oder nur als Zuspeis?

Da am Land ist halt die Welt noch heil (?). Uralte Holzhäuser blieben erhalten. Die modernen Fenster ohne Fensterkreuz passen halt nicht so ganz.

Interessant, dieser Wassergarten mit Brückerl im Vorgarten. Trotzdem a bisserl zuviel Steine.

Das Flüsschen Wiesent fließt gemächlich (aufgestaut durch Mühlenwehre?) durch Waischenfeld.Das Flussbett ist voll von gut genährten Beständen von Unterwasserpflanzen (deren Bestimmung ist nicht so einfach, weil diverse Blätterpflanzen in Fließgewässern oft bandförmige Blätter entwickeln, ich tippe auf Stachelspitziges Laichkraut und/oder Flutenden Hahnenfuß, beide sehen aus wie Seegras, sind aber keins, denn das kommt nur in Salzwasser vor.Der Hahnenfuß blüht weiß im Juni, dafür sind wir zu spät dran.

Die Mühlenweiher mit dem „Seegras“, das ja keines ist, erinnerten mich an das Kinderbuch „Der kleine Wassermann“ (von Otfried Preußler), das ich den Kindern vorgelesen habe. Den Kindern, die jetzt erwachsen sind und Bier trinken.

Das erste Bier rann schon durch die Kehle , nach dem Motto „bevor man dehydriert“.

An der ersten Labestation wird auch schon gegessen. Ein „Schäufele“ wäre eine Option, das ist Schweinsschulter mit knuspriger Schwarte und Bratensaft, die samt Schulterblatt, besagtem Schäufele, und mit einem (semmelteiggefüllten)großen Erdäpfelknödel und Krautsalat serviert wird. Das vegetarische Ersatzgericht (2 gebackene Camembertscheiben am Salatbett) wäre nicht minder üppig. Eine Riesenportion bayerischer Wurstsalat (ohne Käse wie Schweizer Wurstsalat) füllt den Magen nicht so stark wie die diversen Schweinsbratenvarianten.

Biergestärkt weiter zur nächsten Gasthausbrauerei.

Nein, nicht in den Altenhimmel.Oder irgendwie doch.

Es geht über schattige Waldwege mit Schnittholzduft.

Vorbei an einem merkwürdigen so noch nie gesehenen Feld.

Sieht aus wie Knöterich was da angebaut wird. Einen Japanischen Staudenknöterich habe ich als Unkraut im Wald entdeckt, aber feldmäßig angesät?!?

Ist tatsächlich ein Knöterichgewächs. Buchweizen.

Ich bin froh, die Senioren-Wanderstecken mitzuhaben.Die helfen das Gleichgewicht zu halten. Bier, schnell gegen den großen Durst getrunken,kann gefährlich sein. Noch dazu wenn es so gut schmeckt wie das malzigsüße bayerische Dunkelbier. Und mit nur einer einzigen Halben ist der Durst nicht gelöscht.

Noch ein paar Garteneindrücke vor dem nächsten Biergarten.

Zu guter Letzt stießen wir per Zufall auf einen „Lost Place“.

Der Erfinder Hans-Jürgen Fuchs (89) wollte den innerstädtischen Öffi-Verkehr revolutionieren und erfand dazu das „Inban-Projekt“ (Individualbahn abgekürzt, eine Art Individual-Straßenbahn)

In Waischenfeld hatte er seine Entwicklungswerkstätte, mit Prototypen und Gleisen durch die Hallen und ins Freiland.

Als selbsternannter Experte für innerstädtische Seilbahnen würde ich sagen, das Projekt hätte keine Chance. Selbstgesteuerte Wägelchen (mit 48 Volt Kleinspannung in den Schienen) und was ist, wenn ein Wagen ausfällt oder zu langsam fährt? Steht dann das ganze System? Als Feldbahn vielleicht? Oder als Kinderbahn (wie im Zoo Karlsruhe)?

Herr Fuchs träumt von seiner Museumseröffnung 2050,die ein noch nicht gefundener Nachfolger realisieren könnte. Also Interessenten vor! (Zeitungsartikel zum Inban-Projekt)

Auf nach Waischenfeld:

Als Höhepunkt der nächsten Brauereientour (zu sechs Brauereien) dann bier-illuminiert ins Museum?

Bei Wikivoyage gibt es einen interessanten Artikel zu „Brauereien in Franken“ und eine interessante (vergrößerbare) Übersichtskarte und eine informative Auflistung der 250 Brauereien (dazu muss man beispielsweise beim Kapitel |Oberfranken| auf den Haken links klicken/drücken.Wer auf den Text Oberfranken klickt kommt zum Artikel Oberfranken und nicht zu den Biersorten). Sehenswert oder Trinkenswert! In einer dieser Brauereien wurde aus Bockbier durch Ausfrieren des Wassers der Alkoholgehalt auf 57 Vol.% erhöht. Na Hallo. Ich seh‘ schon, wir müssen dort in der Gegend wieder einmal eine Bierwanderung mitmachen.

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