Ein Garten mit Elektrokultur in Bayern

Elisabeth Saller in Niederaichbach nahe Landshut (D) hat einen üppigen blühenden Garten. Sie führt die Pracht auf Effektive Mikroorganismen, Terra Preta und Elektrokultur zurück!

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Ziemlich viele Kübelpflanzen hegt und pflegt Elisabeth. Hier im Bild zwei prächtige als Busch gezogene Bougainvilleas, die sie (weil sie keinen Keller hat) ebenerdig im Haus überwintert.

Gerne zeigt sie mir ihre Spezialitäten. Zuerst einmal ihre Gierschkultur in einer Maurerwanne. Ausgepflanzt würde der in nullkommanix den Garten zuwuchern. Darum hält sie ihn in diesem Kübel. Um ihn zu essen. Für Elis ist Giersch ein Gewürz- und Heilkraut.

Zitronenmelisse will sie auch nicht im Garten freilassen.

Die Tomatenstauden hinterm Haus (an der Ostseite, laut Elisabeth mögen Tomatenpflanzen nicht zuviel Sonne) haben alle eine Lakhovsky-Spule verpasst bekommen. Das ist ein ummantelter Kupferdraht, der zu einem Ring (genauer Spirale) um die Pflanze gebogen ist. Ein durchlöcherter Holzspan trägt den Draht, ein zweiter nimmt die beiden Enden auf unterschiedlicher Höhe auf, quasi dass eine Spirale entsteht und dass die Spule Abstand vom Erdboden hat. Ich habe schon Lakhovskyspulen mit nur einer Holzstütze gesehen, Elisabeth verwendet 2 Stützen pro Spule.

Elektrokultur-Fans meinen, dass solche Spulen das Wachstum beschleunigen. Ob der nur einen Draht tragende Span von der Pflanze weg an der Nordseite steckt oder an der Ostseite (und die Enden nach Norden), darüber herrscht Uneinigkeit, Elis hat alle Töpfe so ausgerichtet, dass sie nördlich der Pflanze stecken.

Und ihre Tomatenkultur schaut nicht so schlecht aus. Die Erde wechselt sie nach einer Saison nicht, düngt neue Pflanzen aber mit ausgereiftem Kompost. Sie kompostiert in einer Saison alle Staudenstängel und begießt alles zur Kompostierung mit einer Lösung (oder Aufschlämmung) von sogenannten Effektiven Mikroorganismen (die es zu kaufen gibt). Im nächsten Jahr darf der Kompost reifen, im Frühjahr wird damit gedüngt.

So eine Lakhovskyspule bewirkt angeblich kräftigeres Wachstum, bei Gemüse und bei Obstbäumen. Wissenschaftlich lasst sich da nix beweisen, der Glaube daran bzw. „das Wissen dass es funktioniert“ sind wichtig.

Elektrokultur umfasst ja ein grosses Gebiet. Oft geht es um das elektrostatische Erdfeld und dessen Beeinflussung mit Antennen oder eben um solche Spulen nach Georges Lakhovsky (Wikipedia).

Nach meiner Einschätzung solcher Phänomene ist es wichtig, dass GärtnerInnen eine positive Stimmung im Umgang mit Pflanzen schaffen. Ob sie das nur „mit einem grünen Daumen“ schaffen, mit ihren Pflanzen sprechen, auf Wildbienen, Schmetterlinge, Elfen, Erdgeister, Gartenzwerge oder Weißmagie vertrauen; räuchern, tanzen, Gebete sprechen oder Mantras shouten, Bachblüten verstreuen oder mehr oder minder effektive (oder effiziente) Mikroorganismen, Algenextrakte, Holzkohle oder Vogeldreck (Guano) magisch einbröseln oder Kuhhörner vergraben ist im Grunde egal. Stimmig soll es sein und sie damit im Einklang mit der Natur. Dann gedeiht der Garten.

Hierzulande gilt Elektrokultur als Hokuspokus, wissenschaftlich ungeprüft oder gar nicht prüfbar. Da muss man schon in den englischsprachigen Raum ausweichen. Die Auswirkungen elektrischer Felder auf Pflanzen(zellen) hat einen wissenschaftlichen (englischen) Namen: „Electrotropism“ und dazu gibt es sogar einen Artikel in der englischsprachigen Wikipedia! Da geht es um die Wirkung von elektrischen oder magnetischen Feldern auf Nervenzellen, Muskelzellen, Grünalgen, Sporen und Pollenschläuche. Pflanzen hätten die Fähigkeit, kleine elektrische Felder zu erkennen, Das Magnetfeld der Erde und die elektrischen Signale in Pflanzen können die Photosynthese, das Pflanzenwachstum und den Ernteertrag beeinflussen. Elektrische Felder können das Wurzel- und Sprosswachstum von Pflanzen beeinträchtigen…

Bloß im deutschsprachigen Raum nicht. Da hängen uns Indien und China wieder einmal ab. In einem interessanten Bericht auf Youtube wird von 30% mehr Ertrag auf Versuchsflächen in China berichtet und dass die Düngemittelindustrie solche Erkenntnisse bekämpft. Alles nur Fake-News?

In Google-Scholar (der Suchmaschine für wissenschaftliche Veröffentlichungen) bekommt man mit den 3 Suchworten electromagnetic fields plants 543.000 Veröffentlichungen, mit den Suchworten Elektromagnetische Felder Pflanzen nur 17.800 Ergebnisse.

Zum Kompostieren von Küchenabfällen nimmt Elisabeth eine geräumige Wurmkiste.

Die Abfälle dort überstreut sie mit Holzkohle (aus einem Holzvergaserkessel eines Bekannten) um „Terra Preta“ zu gewinnen.

Der Erfolg gibt Elisabeth recht, oder?

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