Monat: Juni 2026

  • Der Inselgarten der feinen Düfte

    Der Inselgarten der feinen Düfte

    In Mali Losinj auf der kroatischen Insel Losinj gibt es diesen feinen Schaugarten.Bei flirrender Hitze von 30°C habe ich ihn durchstreift.

    Die Buchautorin („Die Duftinsel – Insel der Vitalität“)und Gärtnerin aus Leidenschaft Sandra Nicolich hat dieses Schmuckstück gestaltet und verziert.

    An Sitzgelegenheiten mangelt es nicht im Garten, sehr vielfältige bunte Bänke, Stühle und Hocker sind aufgestellt.

    Und es gibt auch schattige Plätzchen.

    Im Garten ist auch ein „Restaurant“ integriert, das als Geheimtipp für Lammgerichte gilt, bloß muss man vorreservieren.

    Aus den Duftpflanzen werden allerlei Duftwässer und -öle herausdestilliert und im „Shop“ angeboten.

    Hier wartet die frische Ernte an stark duftenden Lavendelblüten auf die Weiterverarbeitung.Trotz dieser Ernte beduften noch zahlreiche andere Lavendelsträucher den rund 3.000 m² großen Garten.

    Zu entdecken gibt es gar Vieles. Zahlreiche Sukkulenten in Töpfen (und ausgepflanzt), Land-Art-Kunstobjekte und Installationen.

    Ein improvisiertes Häuschen zeigt das „einfache Leben“:

    (da sieht man einen realitätsnahen Fotoausdruck auf Gewebe an der Hausfassade, sehr stimmungsvoll)

    Ein künstlicher Esel. Der echte („Dragan“) steht im Stall.

    Ein anderer Geheimtipp im Ort sind die Land-Art-Installationen einer Künstlerkolonie. Dazu muss man ins Favela-Viertel bei der Mülldeponie.

    Leider war das Areal geschlossen (und alte Photos muss ich erst digitalisieren lassen). So bleibt mir nur das Vorstellen der phantasievollen Umgrenzungsmauer.

    Im nahen Rijeka ist alljährlich der angeblich drittlängste Karnevalsumzug der Welt (nach Rio und Trinidad oder New Orleans, so genau weiß ich das nicht mehr). In Mali Losinj trifft man zu der Zeit auch viele verkleidete Narren und auf der Dorfstraße wird traditionell ein Seifenkistenrennen der lustigsten Gefährte ausgetragen. Etliche dieser Fahrzeuge dürften hier gebaut worden sein und verzieren nun das Gelände.

    Zum Schluss besuchte ich noch einen „Lost Place“. Zur Zeit des Kommunismus gab es im Küstenwald ein Hüttendorf. Pro Hütte dürften wohl zwei oder vier (Stock)Betten Platz gefunden haben.

    Es gab ein zentrales Restaurant und abseits ein Klohäuschen. Mittlerweile ist alles von Wald und Efeu überwuchert und nur durch GHestrüpp erreichbar.

    Nebenan haust wirklich noch jemand in abgestellten Wohnwagen.

    Offensichtlich eine Blumenliebhaberin.

  • Der Botanische Garten Sezana,­ ein Kleinod in Slowenien

    Der vergessene Gartenpark wird im Slowenischen „Botanični vrt Sežana“ genannt und ist einer der wenigen Botanischen Gärten Sloweniens.

    Slowenien hat nicht so viele Botanische Gärten, gerade mal vier sowie drei Tropenhäuser (also mindestens sieben Highlights für mich, drei davon habe ich schon besucht,Berichte folgen). Heute dazu der Bericht zum „Botanični vrt Sežana“, den wir Ende Mai 2026 entdeckt haben.„Entdeckt“ deshalb, weil er ein verborgenes Schätzchen ist, ein Kleinod in den Bergen oberhalb von Triest.

    Der Garten wurde ab 1848 von der griechischen Händlerfamilie Scaramanga aus Triest angelegt, um der feuchten Sommerhitze Triests zu entfliehen. Darum ist der Garten auch als „Villa Scaramanga“bekannt. Die Eigentümer nannten ihren Sommerwohnsitz „Villa Mirasasso“ (spanisch „auf Felsen blickend“). Angeblich in Anlehnung an das Triester Schloss Miramare (= „aufs Meer blickend“).

    Man zieht eine Eintrittskarte wie bei einem Automaten einer Straßenbahn, scannt den Beleg beim Drehkreuz ein und fertig. Warum der Botanische Garten Linz dafür extra ein neues teures Eingangsbauwerk bauen muss erscheint da mirakulös (vielleicht wegen Gepäckschließfächern für die vielen SchülerInnen, wer weiß).

    Über ein nettes Buchsparterre geht es hinein. Hier gibt es noch den feinen Duft der Buchsaustriebe, aber die gefräßigen Raupen des Buchsbaumzünslers haben auch im Garten drinnen (sehr vereinzelt) schon zugeschlagen.

    Der Garten ist tiptop gepflegt, Formbäume und Hecken sind exakt und wunderschön geschnitten.

    Überhaupt strahlt der Garten Ruhe aus und es gibt genug Schatten und Sitzbänke.

    Das Gewächshaus wurde im Stil des Palmenhauses Wien errichtet.Es wirkt größer als es ist (ich schätze 8x20m).Der Baustil ist alt, der Stahl korrodiert aber trotz der Seeluft gut erhalten, die Heizkosten wären in Österreich schwindelerregend, trotzdem hätte ich auch gerne so eines.

    (als Brunfelsia paciflora beschildert)

    Das Gewächshaus zeigt sich eher als reines Überwinterungsglashaus, um dem wenigen Frost zu trotzen. Dafür braucht es hier sicher keine Beheizung.

    Es wird auch die Geschichte des Gartens dargestellt:

    Im Geist der ehemaligen kommunistischen Verwaltung werden lobenswerter Weise auch die Gärtner vorgestellt:

    Die Pflanzenmenge neuerer Exemplare in diesem „Botanischen Garten“ ist nicht so überwältigend, vielleicht weil er eben ein historischer Garten ist.

    Gerade ist Rosenblüte:

    Beschränkung auf wenige Sorten, aber wirkungsvoll in Szene gesetzt:

    Der einstige Obst- und Gemüsegarten musste der Eisenbahn weichen…

    Aber dafür erhielt der Park auch einen modernen Teil:

    ,.,.den man nur über eine schmale „Brücke über die Eisenbahn“ erreichen kann.

    Das Objekt sollte wohl den Verkehrslärm der nahen Hauptstraße abhalten. Die Optik besticht, der Wille auch, das Ergebnis leider nicht.

    Also zurück in den stillereren Teil des Parks:

    In der Wikipedia gibt es einen Artikel dazu:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_Sežana