Donnerstag 23. Mai, der erste Schaugarten (1) „The West Green House“

Ich konnte mein Reisemobil abholen, einen VW Caddy mit Liegefläche hinten, für Über-nachtungen außerhalb von Bed & Brekfast. Bereits vorhandene Lackschäden, die ich nicht zahlen will, habe ich fotografisch dokumentiert. Mailverkehr mit dem Autovermieter und Provianteinkauf dauerten dann doch länger. Erste Zieleingabe: Eden Project, 4 Fahrstunden entfernt. Aber schon bald bekam ich Lust auf eine Gartenbesichtigung. Mit der App der Royal Horticultural Society (RHS) fand ich einen nahen Schaugarten:

(1) „The West Green House“: Ein schöner aufwendiger Obst-, Gemüse- und Blumengarten mit vielen, herrlich duftenden Buchshecken und Buchsfiguren.

In Volieren sind Ribisel (Johannisbeeren) und Erdbeeren gepflanzt. Sie sind wohl eingesperrt, damit sie nicht klammheimlich ausreissen. In die Münder der BesucherInnen.

Das im Vordergrund sind übrigens Obstbäume, schön und langwierig zu kniehohen Hecken waagrecht gezogen. Edelste Gartenkultur.

Das Bild machte ich, als ich im gegenüberliegenden Pavillon auf der ebenfalls roten Bank saß.

Für LiebhaberInnen blauer Bänke:

Reizende Cannas, die Sorte hätte ich auch gerne. Weiß jemand den Sortennamen?

Übernachtung dann in Swindon

Neubauviertel, da werden fleissig eigenwillige Häuser (ohne Garten) gebaut.

(finde den Vogel im vorletzen Bild!)

Nachtrag zu Mittwoch,22.Mai, Ankunft in England:

Bin relativ problemlos in England angekommen. Aber stell dir vor, du fährst (im Bus) vom Flughafen weg, schaltest das Handy wieder aus dem Flugmodus und nichts geht. Null. Du kannst niemand anrufen oder kontaktieren, dass es später wird. Bietet am Ende mein Provider keine Versorgung in diesem Nicht-EU-Land? Ein Mitreisender empfiehlt mir eine Prepaid-SIM-Karte im nächsten Geschäft zu kaufen, „only ten pounds“. Dann geht es doch und auch wieder nicht. Hier gibt es anscheinend  mehr Funklöcher als ein Emmentaler Käselöcher hat. Telefonieren oder Internetten, Chatten und Bloggen ist hier nicht überall möglich. Wo bitte bin ich hier gelandet?

Übernachtung bei Freunden nahe Horsley. Zu Pferd eine Halbtagsreise vom Londoner Stadtzentrum entfernt, darum wurde hier geruht und wurden die Pferde gefüttert. Darum Horsley. Sir Walter Raleighs Kopf ruht auch hier, schon erheblich länger als meiner ruhte, aber der prominenteste Gast oder Bewohner von Horsley war Heinrich der Achte samt seinen sechs Gattinnen. Ein Griss um ihn hier wie in Salzburg um Mozart.

Habe die ersten Gartenpflanzen erkundet. Wintermahonien wachsen hier fünf Meter  hoch und Johanniskraut (das mit den roten Beeren) gut einmeterfünfzig. Ausbeute an Gestaltungen wenig. Dafür mehr Bildkompositionen und alle schlechten Bilder habe ich (anders als früher) sofort gelöscht.

Im Programm der Handykamera fand ich, dass man eine „Signatur“ jedem Bild beifügen kann. Ganz praktisch, jedes Bild kennzeichnen zu können. Aber unpraktisch, weil die Signatur bei Bildausschnitten halb oder ganz weggeschnitten wird und auch unguter Teil der Bildaussage wird. Also ab morgen wieder ohne Signatur.

Nachtrag zu Dienstag 21.Mai: Der Holunder steht in Österreich und England in voller Blüte

..darum MUSSTE ich 3 Tage vor dem Abflug noch unbedingt Hollerblütensirup ansetzen. Gezählte 240 Dolden habe ich zu 9 Liter Sirup verflüssigt. Der Vorrat muss bis zur Hollerblüte 2025 reichen (reines Wasser trinken ist mir zu fade und mein Körper, Eingeweide, Muskeln, Gehirn und Schwachheit „verlangen“ deshalb Zucker). Angesetzt nach meinem jahrelang erprobten Rezept.
https://de.wikibooks.org/wiki/Kochbuch/_Holunderbl%C3%BCtensirup

Im Mai (2024) in CORNWALL, im Juni in DEVON, Gärten anschauen:

Die langersehnte Reise nach England, ins „Gelobte Land“ der Gartengestaltung. Gesegnet mit feinstem Nieselregen und fehlendem Frost, da muss ja alles blühen und gedeihen. Letzte Vorbereitungen, denn übermorgen (22.5.) geht es los. Die Bahnfahrt hin und zurück hätte mit Normalkarten rund 400 Euro gekostet. 5 Einzeltage „Seniorrail“ noch mehr, (rund 580,-) denn nach England fährt man heutzutage unterm Ärmelkanal durch den (oder die?) Eurotunnel und diese Fahrt muss extra bezahlt werden. (Seniorrail zahlt sich aus, wenn man täglich lange Strecken fährt). „Warum gurkst du 12 Stunden mit dem Zug, warum fliegst du nicht?“ fragte mich Irene (meine Angetraute, die gerne Bahn fährt). Der 75-Minuten-Billigflug kostet hin und retour rund 120 Euro. Weil wir keinen Goldesel besitzen, wählte ich den Flieger, den CO2-Ausstoß muss ich kompensieren.

Hier gibt es das Verzeichnis aller 2024 in England besuchten Gärten:

https://gartenexzentriker.at/wordpress/2024/06/13/inhaltsverzeichnis-englandreise-2024/

Warum und wieso und warum so und überhaupt?

Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers. He, da fehlt da ein Bindestrich nach der „Nacht“. Nein, da fehlt nichts! Es geht hier nicht um ein Nachtbuch, sondern um ein Tagebuch, das ich Nachtmensch eher in der Nacht schreibe. Es geht um selbige Nacht und das dabei entstehende Tagebuch.

Ich war immer schon etwas „außerhalb des Mainstreams“, musste aber 65 Jahre alt werden, um selbstkritisch die Erkenntnis zu erlangen, dass ich wohl ein Exzentriker bin. Wobei ich der Meinung bin, dass es an den beiden Enden der zugehörigen „Normalverteilung“ (oder Gauss-Kurve) sowohl Exzentriker gibt als auch Zentriker (also ganz Mittige) geben  müsste  und der dicke Bauch der Gausskurve den mehr oder weniger von der „Mitte“ abweichenden Mainstream, die Bevölkerungsmehrheit, beherbergt.

Bitte was macht einen zum Exzentriker?

Der Neuropsychologe David Joseph Weeks befasste sich (laut Eigendarstellung) wohl als Erster wissenschaftlich mit den Extremabweichlern von der Norm der Mitte, also mit uns  Exzentrikern. In Weeks Buch und wissenschaftlicher Arbeit „Exzentriker – über das Vergnügen, anders zu sein“ (deutsche Ausgabe im Rowohlt Verlag, Reinbek, 1997) definierte er 15 Charakteristika, die auf fast alle Exzentriker zutreffen:

unangepasst | kreativ | stark durch Neugier motiviert | idealistisch, mit dem Anspruch, die Welt zu verbessern und die Menschen in ihr glücklicher zu machen | betreibt ein oder mehrere Steckenpferde | ist sich von klein auf des Andersseins bewußt | intelligent | eigensinnig und freimütig überzeugt, selbst richtig zu liegen und dass der Rest der Welt aus dem Tritt geraten ist | ohne Konkurrenzstreben, ohne Verlangen nach Anerkennung oder Bestätigung durch die Gesellschaft | ungewöhnliche Eßgewohnheiten und Lebensführung | nicht sonderlich interessiert an den Ansichten oder der Gesellschaft anderer, ausgenommen zu dem Zweck, diese vom eigenen – richtigen – Standpunkt zu überzeugen | ausgestattet mit einem schelmischen Sinn für Humor | alleinstehend | gewöhnlich das älteste oder einzige Kind und | fehlerhafte Rechtschreibung.

Auf alle Fälle nonkonformistisch. Bei mehr als der Hälfte der Charakteristika habe ich mich wiedergefunden, aber nicht bei allen. So völlig aus dem Rahmen scheine ich nicht gefallen zu sein. Ich hatte das Glück in/mit einem Garten aufzuwachsen. Ein Garten der heute nicht so aussieht wie die Gärten der Nachbarn, mit einem Zaun, der heute nicht so geschniegelt ist wie die Zäune rundherum und mit einem Gärtner darin, der überzeugt ist, damit richtig zu liegen.

So:

So nicht:

Damit ich nicht als Unbekannter daherkomme: Ich heiße Günther Ecker, trete manchmal mit den Vornamenkürzeln Günther C.M. Ecker oder mit meinem Titel Ing. Günther Ecker in fast zwei Meter große Erscheinung und war/bin mit frühkindlichem (!) Asperger-Syndrom und Inselbegabung ausgerüstet. Selbige war und ist, mehr oder minder unnützes Wissen in mich aufzusaugen und bei Gelegenheit wiederzugeben, diese genügte nicht für ein Studium oder eine Akademikerlaufbahn, aber für mehr als 8 unterschiedliche Berufe. Bis zur Pension war ich mehr als 10 Jahre lang Gartengestalter und Pflanzenhändler als Einzelunternehmer „Erlebnisgärten Ecker“. Dafür lernte ich aus rund 10 Regalmetern an Gartenbüchern (die ich nunmehr zum Großteil zwei Fachbibliotheken gespendet habe), darum kann mir auch auf diesen Gebieten  keiner ein X für ein U vormachen. Gerne konzipierte ich solche  „Erlebnisgärten“ im Raum Oberösterreich.

Seit 35 Jahren bin ich mit Irene verheiratet und noch länger zusammen und wir haben zwei wunderbare erwachsene Töchter mit Musikberufen. Daneben interessiere ich mich für Politik, Moderne Kunst, Jazzgesang, Bauchreden, unseren Garten, Stadtseilbahnen, und und und. Auch Fotografieren ist eines meiner „Steckenpferde“, mit oft künstlerischen Bildkompositionen, um daraus Vorträge zu basteln. Früher für  Diavorträge, „Neue Ideen für die Gartengestaltung“ zum Beispiel. Demnächst wohl über die Gartenreise durch England mit Besuch von (hoffentlich) mehr als 40 Gärten…

Beim Fotografieren „komponiere“ ich gerne die Bilder „malerisch“, mit harmonischem „Goldenen Schnitt“, mit harmonischer Aufteilung der Flächen oder Linien oder asymmetrisch um mehr Spannung ins Bild zu bringen. Trotzdem sollen sie durchaus absichtlich nicht 100% perfekte Magazinbilder sein, da durfen ruhig auch einmal der Schatten des Fotografen zu sehen sein oder nicht ganz so vorteilhafte Ansichten. Ich beschreibe die Gärten auch etwas kritischer als in Hochglanzmagazinen. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.

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