Ein neues TROPENHAUS für den Botanischen Garten Linz

Sofern als Bildunterschrift nicht anderes vermerkt ist, habe ich die Bilder von diesem Blogbeitrag im Botanischen Garten Linz aufgenommen. Die Orchideensammlung, die übers Jahr so nach und nach in Blüte kommt, ist eine wahre Pracht.

…oder die Schmetterlinge…

Als Winterattraktion sind (bis 22. Februar 2026) auch tropische Schmetterlinge zu bewundern.

In den Anzuchthäusern, die etwa die Hälfte der Glashäuser ausmachen, werden die Pflanzen herangezogen und hochgepäppelt und erst zur Blüte in die Schauhäuser übersiedelt. Außerdem werden hier die botanischen Sammlungen beherbergt, beispielsweise mehrere Arten einer Pflanzengattung oder mehrere Zuchtsorten einer Art.

Wie im vorherigen Blogbeitrag schon berichtet, wird der Botanische Garten der Stadt Linz die veralteten Gewächshäuser ersetzen. Vorläufig vorgesehen sind schmucklose Glashäuser wie auf einer holländischen Tomatenplantage.

Architektonisch uninteressant. Sie muten eher wie eine VERWAHRANSTALT für die (durchaus sehenswerte) Pflanzensammlung an als wie ein modernes zeitgemäßesTropenhaus.

Im Erlebnismarketing und im Verkauf gibt es das Motto „Der Köder soll dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“. Übersetzt: Die neuen Gewächshäuser sollten den Besucher:innen gefallen und mehr Leute anlocken, nicht nur die bestehenden Sammlungen archivieren. Man soll „Tradition als Weitergabe des Feuers, nicht als Anbetung der Asche“ sehen (Zitat nach Jean Jaurès).

Doch warum sind die neuen Gewächshäuser ein Thema für mich? Weil ich ein 15m²-Tropenhäuschen im eigenen Garten selbst bauen will und mich deshalb zum neuesten Stand der Technik und Architektur schlau gemacht habe, weil ich (bis zur Pensionierung) als Gartengestalter Erlebnisgärten und Erlebnisparks geplant habe und auch deshalb 16 Tropenhäuser in Botanischen Gärten und Zoos besucht und analysiert habe. Ich habe da Überblick und genug Expertise.

Fur Linz denke ich deshalb an kein solches „Tomatenhaus“ sondern an ein TROPENHAUS mit einem Folienkissendach aus ETFE-Membranen. Die sind letzter Stand der Technik.

( 3 Bilder vom EDEN-Project Cornwall, 2024 )

Aus ETFE (Ethylentetrafluorethylen) werden extrem licht- und UV-durchlässige Folien erzeugt, reißfest, mit langer Haltbarkeit und (anders als ETFE-bedampfte „atmungsaktive“ Funktionskleidung) perfekt recycelbar. Daraus werden rechteckige oder rautenförmige oder mehreckige Pölster (etwa 2m*2m oder größer) hergestellt, rundum luftdicht verschweißt oder mit ständig angeschlossener Luftpumpe. Anfangs als einfache Blasen sind sie mittlerweile fünflagige Konstrukte um eine bessere Wärmedämmung (U-Wert ca. 1,55) zu erreichen. Aufgeblasen sind sie so stabil, dass sie von Menschen begangen werden können.

Die derzeitige Planung in Linz tauscht nur die energetisch veralteten Glashäuser gegen Neue aus.

(die derzeitigen Gewachshäuser, Aufnahme aus Google-Earth)

Sofern ich informiert bin werden auf dem verfügbaren Platz (54m*40m=2.160m²) ein Sukkulentenhaus (192m²+235m² Anzucht und Sammlungen), ein Feuchttropenhaus (448m²+475m² Anzucht und Sammlungen), eine temperierte Eingangshalle (128m²), eine Sonderausstellungshalle (141m²), Umtopfraum und Gänge (64m²) vorgesehen. Bleiben noch üppige 477m² (entsprechend 54 m * 8,8m) für überdachte Lagerflächen außerhalb und für Parkplätze übrig. Die Schauhausfläche wäre somit 192+448m²= 640m²

Wie könnte nun ein Tropenhaus mit ETFE-Dach aussehen?

Nach neuen Forschungen verliert ein Gewächshaus etwa 40% des Wärmeinhalts durch Wärmeabstrahlung, etwa 40% als Verdampfungsenthalpie gebunden im Wasserdampf (der weggelüftet wird oder an kalten Bauteilen kondensiert) und nur etwa 20% durch Wärmeleitung im System „Innenluft ->Hülle->Außenluft oder Erdreich“.

Neue Gewächshauskonzepte propagieren das „Geschlossene Gewächshaus“. Durch Sonnenwärme zu heiß gewordene Luft wird nicht mehr ins Freie geblasen, sondern mittels Wärmepumpen abgekühlt und die Wärme wird für die Nacht oder für den Winter in Wasser gespeichert. Auch das verdunstete Gießwasser wird so rückgewonnen. Das finnische „novarbo-System“ nutzt WASSERVORHÄNGE zur Wärmesammlung (und wäre vielleicht für die feuchte Tropenluft besser?) das deutsche „watergy-System“ nutzt dazu KAMINE am höchsten Punkt (besser fürs Wüstenklima?) oder eine Kombination beider Systeme?

Mein Vorschlag wäre ein rechteckiges Großgewächshaus, unterteilt in einzelne Kammern mit unterschiedlichen Klimazonen, jede Klimazone mit besuchbarem Schauhaus (ca 90m² oder größer) und dem nötigen Anzuchthaus.

Der Querschnitt (in West-Ost-Richtung geschnitten) zeigt einen Baukörper mit Satteldach, wobei der First asymmetrisch aufgesetzt wäre (wenn 1/3 der Fläche Schauhäuser wären und 2/3 Anzuchthäuser, die genaue Aufteilung der Bereiche müssen die Betreiber des Botanischen Gartens festlegen). Bei allen Kammern soll die heiße Luft zum höchsten Punkt steigen, also zum First, dort wird sie gekühlt und rückgeführt oder in die Außenluft geblasen. In den Regenwaldhäusern kühlt und entfeuchtet ein ringförmiger Wasservorhang unterhalb der Kamine die zu heisse Luft (kalte Wassertropfen dienen da als Kondensations-körper, wie bei atmosphärischen Regentropfen in einer Wolke).

Links der Zugang zur 4m breiten Eingangshalle, nahe der Mitte ein 1,5m breiter Verbindungs-gang fürs Personal, der Schauhäuser und Anzuchthäuser trennt (und fürs Personal verbindet).

Das Dach kann nun (in Nord-Süd-Richtung) flach bleiben oder ansteigen. Aufgrund einer Dachneigung kann mehr Sonnenlicht im Winter eingefangen werden, ideal bei 45° Neigung, aber 25° würden auch eine energetische Verbesserung bringen. Allerdings wird dadurch die Nordseite höher, je 10m Länge (in Nord-Süd-Richtung) um rund 4 Meter höher, bei der Gesamtlänge von 54m also rund 22m. So hohe Gewachshäuser braucht niemand (höchstens für chilenischen Riesenbambus).

Eine Lösung wäre, das gesamte Gewächshaus um ein Geschoß in die Tiefe zu setzen, also ein „Erdhausgewächshaus“ zu bauen (ähnlich der bolivianischen „Walipini“) und das Kakteenanzuchthaus am tiefsten Punkt des Schrägdaches anzulegen, denn Jungkakteen brauchen keine große Höhe (aber das Pflegepersonal braucht eine gewisse Mindeststehhöhe). Seitlich entweder senkrechte gläserne Wände oder, ähnlich wie in Graz, das Dach heruntergezogen.

(Gewachshäuser im Botanischen Garten Graz)

An der Nordseite könnte man fürs Erdgeschoß und erste Obergeschoß des Komplexes massive Bauten errichten, für Schulungsräume, Labors oder einen Vortragssaal oder die Personalräume.

Weil man sowieso einen Aufzug benötigt könnte man den Aufzugsturm etwas höher, bauen, mit Aussichtsplattform oben drauf. Von dort gäbe eine schöne Aussicht auf Linz.

Der Verbindungsgang wäre im Erdgeschoß fürs Personal und verbindet (und trennt) Schauhäuser von den Anzuchthäusern. Im Kalthaus (für Berg-Regenwald mit 17°-25°C) führt dann eine Rampe barrierefrei ins erste Obergeschoß, damit die Besucher:innen blühende Tropenbäume auch von oben studieren können (ein sogenannter Baumwipfelpfad) und führt dann (oberhalb des Personalgangs) schräg weiter hinauf zur Orchideen-Ausstellung ins zweite Obergeschoß.

(DANAKIL-Tropenhaus Erfurt, im Gebäude ist auch ein großes Restaurant integriert)

Und was soll da im neuenTropenhaus gezeigt werden?!?

Pflanzen wie am Naturstandort, beispielsweise Kakteen und Sukkulenten „in der Wüste“, samt Kunstfelsen als Blickbegrenzung:

(DANAKIL Wüstenhaus, Erfurt).

Wenn Innenwände nicht gläserne Käfige sind sondern mit Spritzbeton verkleidete Mauern, wirken Kunstfelsen und Aufsitzerpflanzen lebensechter, wie in einer Schlucht. Wasser-gerinne können da hinuntertropfen.

Für die Regenwaldhäuser gäbe es zwei Klimazonen, ein „Kalthaus“ (17-25°C) mit dem feuchten Regenwald der Berghänge, der häufig „Steigungregen“ ausgesetzt ist, und ein Warmhaus (20-28°C) fur Urwaldpflanzen im warmheissen dichten Dschungel. Mit „echtem“ Regen (und Regenschutzdächern für die großen und kleinen Besucher:innen).

mit weichem Waldboden statt Betonboden:

(DANAKIL, Urwaldhaus)

Mit zusätzlichen Baumwipfelpfaden

(Tropenhaus im Haus des Meeres, Wien)

Der Keller unterm tiefer gesetzten Tropenhaus böte sich an, um Aquarien und Paludarien (das sind „Uferterrarien“, ein Mix aus Aquarium und Terrarium) zu zeigen, wo Kinder und Erwachsene in einem gemeinsamen Biotop (auch „Vivarium“ genannt) sowohl die faszinierende Unterwasserwelt als auch Pflanzen und Tiere oberhalb im Terrarium (oder einer Vogelvoliere) erleben können (außerdem werden im Keller kühles Regenwasser vom 2.200m²-Dach und das erwärmte Kondenswasser gespeichert).

(Paludarium im Zoo Salzburg)

(3 Bilder, faszinierende Aquarien im Zoo Karlsruhe). Weil Spiegelungen im Glas das Anschauen stören, sind solche Einrichtungen in einem dunklen Keller am Besten aufgehoben, hell sind dann dort nur die Aquarien oder Paludarien.

(Aquarium im Zoo Salzburg)

Zu Paludarien und Vivarien gibt es Youtuber, die bis zu 6,8 Millionen Follower haben, aber hallo! Ein Österreicher schafft mit dem Thema gerade 16.300 Abonnenten (Link dazu ganz unten). Aber dafür ist heutzutage Interesse da. Das wäre am Puls der Zeit. „Fahr nach Linz, da gibt es was Neues, eine Paludarienshow, musst du gesehen haben, ganz toll!“

(3 Bilder, Paludarien im Zoo Salzburg)

„Aquascaping“ (nach Takashi Amano) wäre auch ein interessantes Thema für den Keller (man braucht ja Abwechslung). Dabei werden in Aquarien Unterwasserlandschaften geschaffen (es gibt dazu sogar eine Weltmeisterschaft!)

In modernen Tropenhäusern werden heutzutage auch Tiere der Tropen gehalten und gezeigt, also Ameisen, Blattschneiderameisen, Maulwürfe, Grillen, Regenwürmer, Frösche, Fische, Fledermäuse, (Körnerfresser-)Vögel, usw.

(Wüstenameisen im DANAKIL Wüstenhaus)

(Blattschneiderameisen wandern in den Glasröhren von Terrarium zu Terrarium, hier im Haus des Meeres, Wien, Gesamtlänge der Röhren 100Meter, faszinierend nicht nur für Kinder)

Tropische Fledermäuse im DANAKIL Urwaldhaus, hier hinter Glas oder zwischen den Besuchern sausend im Zoo Karlsruhe:

(begehbare Fledermaus Höhle im Zoo Karlsruhe, es ist dunkler als am Foto, die Fledermäuse fliegen zwischen den großen und kleinen Besuchern und dieses Fledermaushaus ist trotzdem oder deswegen proppevoll Besucher, ein Highlight für Groß und Klein)

(mystisch wabernde Nebel imTropenhaus im Zoo Karlsruhe).

Einmal in der Woche könnten mit längeren Öffnungszeiten nachtblühende Pflanzen, nachtaktive Tiere oder in UV-Licht nachtleuchtende Pilze (!) gezeigt werden.

Pflanzenaufzucht mit Hydroponik oder Wurzelräume mit Fogponicsverneblung oder ein tropischer Duftgarten (mit Kakaoschalen und Duftwolken verströmenden Blüten) für Schmetterlinge wären auch moderne Themen.

Im DANAKIL Wüsten- und Urwaldhaus bekommt man aus Lautsprechern eine Soundkulisse serviert (Windgeräusche im Wüstenhaus, im Urwald pfeifende oder zwitschernde Vögel, Brüllaffen, Zikaden, Plätschern, Wassertropfen).

Zurückgewonnene Wärme könnte in einem Wasserspeicher im Keller unterm Gewächshaus oder in einem „Eisspeicher“ (in den Luftschutzkellern des Berges) aufgehoben werden.

Zur Verringerung der Wärmeabstrahlung gäbe es „Wärmeschirme“ oder Alulamellen unterm Dach, zur Verringerung der Wärmeleitung wärmegedämmte Jalousien und Sockeldämmungen.

Welche Art der Heizung, Wärmerückgewinnung und -speicherung rentiert sich? Welches Recycling- und Heizsystem zur Anwendung kommt muss durch energetische Vergleiche ermttelt werden.

Fernwärmeheizung beispielsweise kostet in Linz (2026, brutto) €81,589 pro MWh (plus jährlich €61,196 pro kW Anschlusswert).

Was würde so ein (größeres) Tropenhaus mit 2.160 m² kosten?

Eine Kostenschätzung einer Fachfirma ergab:

Dach (5lagige ETFE-Kissen, U-Wert ca 1,55) ca €910.000,- innenliegendes Stahl-Tragwerk ca. €1.200.000,-, Deckenklappen für 10 Kammern ca.€320.000,-, 2.000m² Keller (einer Kellerfirma) ca. 2 Mio. Also rund 4,4 Mio…

…plus senkrechte gläserne Außenwände, Innenwände mit Spritzbeton und Kunstfelsen, Hochgang, Aufzugsanlage, Bodendämmung, Energieschirme, wasserdichte Regenwasserbecken, Technik,…

plus eventuell massive Geschoße für Personalräume, Vortragssaal, Garderoben, Labors, Aussichtsturm,…

7 Millionen waren im Budgetvoranschlag 2025. Sollen die für 640m² Tomatenhäuser verbraten werden oder soll Linz ums gleiche Geld ein besseres größeres Tropenhaus samt Vivarienwelt bekommen?!?! Wie überzeugt man die Stadtväter? Bitte dazu Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge hier gaaanz unten.

Weil auch viel Müll eingetragen wird muss ich Beiträge erst freischalten. Wer aber als Benutzer:in einmal freigeschaltet ist, dessen/deren Beiträge erscheinen dann sofort.

Links und Hinweise:

Pachi Aquarium“ aus St.Pölten macht am eigenen YouTube Channel einen Video-Blog zu Bau und Einrichtung von Paludarien und Aquarien (16.300 Abonnenten).

„liquidnature“ aus Wien blogt auf Youtube zu Aquascaping (Unterwasserlandschaften) mit knapp 36.600 Abonnenten.

„AntsCanada“ betreibt den sehr erfolgreichen (englischsprachigen) Youtube-Kanal zu Vivarien mit 6,8 Millionen Followern. Derzeit gibt es dort noch die weltbesten Vivarien zu sehen (denn die Vivarienwelt Linz wurde noch nicht eröffnet).

Ein interessanter Bericht von Österreichern über die Aquascaping-Weltmeisterschaft.

Neue Gewächshäuser in den Botanischen Gärten von Graz und Linz

Die Stadt Linz will die veralteten Gewächshäuser im Botanischen Garten durch Neue ersetzen. So stellt sich die stadteigene „Immobilien Linz GmbH“ die neuen Gewächshäuser vor:

Ja mei. Wie Tomatenhäuser im sogenannten „Venlo-Stil“ aus den Niederlanden. Einfach -praktisch – hässlich . Kommen bei weitem nicht an die ähnlichen Glashäuser des „Princess of Wales Conservatory“ (POW) in London heran. Leider

( siehe dazu das Bild des Princess of Wales Conservatory bei Wikimedia, Foto von DAVID ILIFF. Lizenz:  https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ )

7 Millionen Euro waren ab 2024 für die Sanierung vorgesehen, inklusive neuem Kassahäuschen (das Bestehende schaut doch gar nicht so kaputt aus?), einem Wintergarten fürs Caféhaus (in dem aber im Winter die frostempfindlichen Kübelpflanzen stehen sollen) und besseren Personalräumen.

7 Millionen, die zwar veranschlagt sind, aber 2025 im Stadtsäckel fehlten. Also wurde erst mal gespart. Aufgrund der wirtschaftlichen Parameter und der beengten Platzverhältnisse eignet sich der klassische Glashausbereich nicht für die Aufnahme in den geplanten Architekt*innenwettbewerb steht im amtlichen Bericht des Kontrollamts der Stadt Linz. Die „beengten Platzverhältnisse“ sind rund 56m mal 40m, also 2.240m². Mehr als aktuell im „DANAKIL Wüsten- und Urwaldhaus“ in Erfurt (2.070m²).

Kann man vielleicht nicht ganz vergleichen. In Erfurt sind es eben 2.070m² „Showfläche“, in Linz nur etwa die Hälfte der 2.240m² (also ungefähr 1.120m² oder ein bisschen mehr). Die andere Hälfte ist nämlich für Anzuchten reserviert. Da werden Pflanzen in schmucklosen Reihen langwierig bis zum Blühen aufgepäppelt und erst dann als Showelement in den Dschungel des Schauhauses gestellt. Aber auch diese Anzucht erfolgt in einem Gewächshaus. So gerechnet werden eben 2.240m² große „Glashäuser“ benötigt, die auch der Architekt mitplanen könnte.

„Wirtschaftliche Parameter“? Als ob Architekten keine wirtschaftlichen Gewachshäuser planen könnten/wollten? Abgesehen von internationalen Projekten von Architekten (DANAKIL Erfurt, EDEN PROJECT Cornwall, WISLEY London, etc.) gäbe es als österreichische Beispiele den EXPO Cultural Park Greenhouse Garden Shanghai (von DMMA, 2024, als Null-Energie-Glashaus) und den Tropenhaus-Zubau des „Haus des Meeres“ Wien (von Arch. Wilhelm Holzbauer, 2020, mit kleinerer Grundfläche als für Linz vorgesehen ist, aber wegen der Mehrstöckigkeit sind es 3.000m² Nutzfläche). Und die (seit 1995) „Neuen Gewächshäuser“ des Botanischen Gartens Graz (Arch. Volker Giencke) mit 1.500 m². Zum Null-Energie-Glashaus von Shanghai muss man allerdings erwähnen, dass Shanghai auf etwa derselben Geographischen Nördlichen Breite liegt wie Jerusalem. Die müssen wahrscheinlich mehr kühlen als heizen.

Ich habe zwar schon rund 15 Tropen- und Gewächshäuser nah und fern besucht, aber die architektonisch interessanten und imposanten „parabolischen“ Gewächshäuser in Graz noch nicht. Neben dem Wochenmarkt (mit seltenen Birnen- und Apfelsorten und allerlei Gemüse und Gebäck) am Franz-Josef-Platz also ein weiterer Grund wieder einmal Graz anzusteuern (per Zug, 5 Stunden Reisezeit, doppelt so viel als mit dem Auto)

Weiterlesen: Neue Gewächshäuser in den Botanischen Gärten von Graz und Linz

Interessante Bauform, aus Zweischeiben-Plexiglas und mit Heizungsrohren als Teil der inneren tragenden Struktur.

Über einen Windfang mit zwei Paar gebogenen automatischen Schiebetüren als Wärmeschleuse kann man die Häuser betreten.

Beginnen wir unsere Tour im Kalthaus:

Es sind Gewachshäuser einer Universität, dementsprechend schauen sie aus. Anscheinend ist zuwenig Geld für die Pflege übrig und der Eintritt ist (deshalb?) frei. Sie sollen ja nur Studenten und zukünftigen Lehrer:innen als Anschauung dienen, wie tropische Bäume und Sträucher aussehen. So beispielsweise

Die Beschilderung der Pflanzen (fürs gemeine Volk) könnte auch besser sein und lässt sich mit einem einzigen Bild beschreiben und zusammenfassen. Diesem:

Nicht ganz g’scheit angebracht, und bitte auch den Tafeltext lesen. Hängt das schon seit 1995 so dort?

Weiter im Kalthaus:

Na wenigstens versöhnt die Architektur (hier sind auch die Heizungsrohre als Teil des Tragwerks gut erkennbar)

Das Baumdschungelgewirr lässt sich auch von einem Baumwipfelpfad, quasi im ersten Stock, bewundern.

Bloß den Pfad erreichen Rollstuhlfahrer:innen* und Kinderwagenschieber:innen nur über einen zentralen Aufzug, ein Schwachpunkt im ganzen Konzept. Und nebenbei gibt es am Weg auch Einzelstufen und unpassende Türen. Barrierefreiheit war 1995 anscheinend noch kein Thema.

Das Sukkulentenhaus gefällt mir auch nicht so richtig.

Alles brav im einheitlichen Kakteensubstrat. Schauen wir, ob es im „Temperierthaus“ schöner wird:

Wohin führen diese Panzertüren? Die rechte Panzertür führt zum „Arboretum“, also direkt ins Freie (hätt‘ ich eigentlich an der Fluchttüre-Türschnalle erkennen können), die linke Tür führt in die feuchtwarme Tropenwelt.

Wenigstens erfährt man beim (interessanten) Text was Neues.

Im feuchttropischen Urwaldhaus gibt es auch den leisen Sound von einem Wassergerinne:

…und einen eigenwilligen Seerosenteich:

Zwar etwa unstrukturiert, aber so ist Dschungel eben

Na zum Glück kann man heutzutage per Smartphone im Internet nachschauen, warum diese Bäume so merkwürdig heißen (der Spiegelei-Baum, weil die schönen Blüten aussen weiß und innen gelb sind, der Knopfseifenbeerbaum, weil man ihn zum Wäschewaschen und für Knöpfe nutzte und den Regenbaum, weil man darunter keinen Schutz findet oder auch nicht.

Nur der Trivialname „Abfalleimerbaum“ dürfte aus dem modernen Graz stammen, den kennt das Internet nur aus Graz.

Das Freilandareal muss ich mir im Sommer anschauen kommen.

Interessant auch dieses „Mooshaus“:

Das unter Denkmalschutz stehende „Alte Gewächshaus“ wartet auch wieder, mit Leben gefüllt zu werden. Seine Rettung war bei Drucklegung der Infotafel trotz Denkmalschutz „noch nicht gesichert“. Es wurde doch renoviert und beherbergt derzeit nur einen Vortragssaal und Arbeitsraum und ein paar Kübelpflanzen zur Überwinterung.

.

Speziell hier die Infotafeln als Tapetenersatz und Schmuckelemente in drei Metern Höhe. No, besser als der Brutalismus der Sichtbetonwand, könnte man sagen

Der Botanische Garten in Linz bräuchte auch ein architektonisches Gewächshaus, als neues Highlight von Linz und speziell weil er tollere Pflanzen mit schönerer Gestaltung als Graz zu bieten hat!

DANAKIL Wüsten- und Urwaldhaus, im Ega-Park, Erfurt (D)

Auf der Fahrt nach Berlin machten wir einen Halt in Erfurt. Ich wollte unbedingt das 2023 eröffnete Danakil-Tropenhaus besichtigen. Es ist zweigeteilt, 1.250m²sind für Wüstenpflanzen reserviert und 820m² für Dschungel, also gesamt 2.070m². Gewaltig.

Es wurde anlässlich der Bundesgartenschau 2023 errichtet. Der Ega-Park selbst wurde bereits 1961 als Internationale Gartenschau in der DDR eröffnet. Erfurt war damals Zentrum des Gartenbaus, der Pflanzenzüchtung und Samengewinnung („Erfurter Samen“).

Den Park habe ich schon zweimal besucht, ich halte ihn für Deutschlands schönsten Gartenpark, vergleichbar vielleicht mit den Gärten Trautmannsdorff in Meran (I), oder RHS Wisley Gardens (GB).

Also zur Hauptblütezeit auf alle Fälle einen Besuch wert. Jetzt im November reizte mich eben nur das Tropenhaus

Weiterlesen: DANAKIL Wüsten- und Urwaldhaus, im Ega-Park, Erfurt (D)

Dieses Danakil-Tropenhaus (kurz „das Danakil“) ist nach der Danakil-Wüste benannt, die in Ostafrika im Gebiet Somalia/Äthiopien liegt und auch viele aktive Vulkane und heiße bunte Mineralsalzquellen (in Dallol !) birgt. Eine sonnendurchglühte unwirtliche, bis zu 70°C heiße, trockene, aber interessante Weitgegend, mit extremer Armut der nomadischen Bevölkerung.

Die in Erfurt zur Schau gestellte Steinwüste wird durch Felsimitate in Räume unterteilt.

Man betritt die Ausstellung durch einen magisch-mystischen engen Canyon:

DasWüstenklima und die Anpassung der Pflanzen wird mit informativen Texten erklärt.

Mit den prägnanten Wänden und der sich aufdrängenden Deckenkonstruktion treten aber die Pflanzen irgendwie in den Hintergrund. Zuviel Architektur? Mei, so a schönes Glashaus!

Schön inszeniert. Man kann Wüste erleben.

Hier und im Dschungelhaus wirken die Pflanzen aber doch etwas „drapiert“.

…also im Wüstengarten die übliche einheitliche Kakteensandmischung mit einigen Steinen gleicher „Korngröße“ (hier 80/160 mm) quasi überzuckert, das schaut (für mich) unecht aus. Soll Kakteen wie am Naturstandort zeigen und tut es nicht. Da gehören Steine unterschiedlicher Körnung verwendet, sogenannter Wandschotter, wie er herausgebaggert wird.

Und im Dschungel viele Einzelpflanzen gleicher Größe mit Einheitssubstrat zugeschleimt. Unkraut, Unterwuchs oder tropische Moose fehlen. Da gehören ein paar „Samenpackl“ von tropischen Pflanzen ausgestreut (ja so was gibt es auch).

„Suderei auf hohem Niveau“, wie man so sagt. Aber wenn quasi Naturnähe kopiert werden soll, dann bitte richtig. Und kaum sieht man den „Fehler“, erkennt man ihn hinter jeder Ecke.

Aber es ist schon uberwältigend. Da wurden im Dschungelhaus weiche Wege hügelauf hügelab mäandernd perfekt inszeniert, tote Stämme von Würgfeigen mit echten Lianen umschlungen und Bananenpflanzen üppig wie in einer Plantage gesetzt. Wirklich ein Erlebnis.

Sound aus Lautsprechern (im Wüstenhaus mit Windgeräuschen, im Dschungelhaus Vogelzwitschern und -pfeifen) toll lebensecht. Du schließt die Augen und glaubst wirklich im Urwald zu sein.

Ventilatoren blasen Wind und bewegen Blätter.

Schöne Wasserfälle. Ob es im Regenwald wirklich regnet haben wir aber nicht erlebt, vielleicht, weil wir nur knapp eine Stunde vor Schluss Zeit hätten. Das Licht würde uns zwar nicht abgedreht, dafür die Bildungscomputer. „Der Baumarkt schließt in 15 Minuten“.

Tiere gibt es ein paar im Wüstenhaus (Erdmännchen, Chamäleon, Wildmeerschweinchen, tropische Fledermäuse, u.a.m.)

…und interaktive Bildschirme, beispielsweise verschiebbare Projektionen, bei denen man Zusatzinformationen antippen kann. Szenerie anschauen bei Tag, bei Nacht, bei Regen, wenn Fledermäuse Kaktusnektar zuzeln…

Hier ein schwenkbarer (!) Bildschirm der die Szenerie zeigt und per Fingertippen Infos zu den Pflanzen anzeigt.

Im „Urwaldhaus“ Terrarien mit Blattschneiderameisen und ihren Bauten:

(Der blaue Fleck am Glas war ein wunderschöner tropischer Schmetterling, der schnell vorbei flatterte, zu schnell für die lange Belichtungszeit)

Naturlich gibt es auch einen Baumwipfelpfad, um die Tropenbäume und Bananenstauden auch von oben erleben zu können:

(der Weg war in Wirklichkeit nicht rot sondern dunkelbraun, da hat mir die Smartphone-Kamera oder eine Wärmelampe einen Streich gespielt.)

Leider gehen die Schiebetüren nur in eine Richtung auf, man kann vom Dschungel nicht zurück ins Kakteenhaus. Besucherlenkung eben, wie kommen wir sonst da hin? Nächstes Mal.

Zurück in der Frostkälte. Schöner Kinderspielplatz im Freigelände, hier mit Wasserbahnen. Klaro, war ja Bundesgartenschau.

Wir hätten noch eine Stunde in der Kälte auf eine winterliche Lichtshow warten können (mit extra Eintritt), stürzten uns aber lieber in den Trubel des Erfurter Weihnachtsmarktes um heimische Spezialitäten (Thüringer Bratwurst oder Kartoffelklöße) zu verkosten.

…mit Lichtshow beim Riesenrad und Glühmet (Glüh-Met statt Glühwein).


Service:

Bilder von Dallol in der Danakil-Wüste

Link zur Website des egaparks

Schaugarten Schützenhofer, Rohr im Kremstal

Weiterlesen: Schaugarten Schützenhofer, Rohr im Kremstal

Seit 2004 komme ich etwa zwei mal im Jahr bei der „Landgärtnerei“ Schützenhofer vorbei. Das liegt daran, dass daneben der Reifenhandel Spernbauer situiert ist und ich dort gerne die Autoreifen wechseln lasse (dort gibt es günstigere Preise als in der Stadt). Zudem 2005 errichtete ich einen Schaugarten bei der Landesgartenschau Bad Hall und Frau Schützenhofer (senior) zog mir jene Pflanzen heran, für die ich nur Saatgut auftreiben konnte.

Diesmal ging es nicht ums Reifenwechseln, sondern weil ich beim letzten Besuch über die erwerbbare Kräutervielfalt erstaunt war und um den Schaugarten.

2021 übernahm Sohn David den Betrieb von seinen Eltern und baute ihn zusammen mit seiner Ehefrau kräftig aus.

Hinter den (neu errichteten) Verkaufshallen breiten sich jetzt üppige Gemüsefelder aus.

Das Geerntete wird im eigenen Hofladen angeboten.

Ein Folienhaus voll mit unterschiedlichsten Tomaten…

Ein Folienhaus mit Paprikavielfalt und Chillies:

Die Schützenhofers setzen viel Kompost und „Effektive Mikroorganismen“ ein.

…und auch Versuchspflanzen (hier Gomphocarpus, Ballon-Seidenpflanze):

Interessanter (für mich) ist der Kräutergarten:

Etwa 2003 wurden mit dem EU-Leader-Projekt „Hofgärten Linz-Land“ EU-Gelder an Land gezogen. Soweit ich mich erinnere ging es um die „Entwicklung des ländlichen Raums“, wobei verschiedene Projekte gefördert wurden, beispielsweise Schwimmteiche oder Gartengestaltungen und Renovierungen bei Bauernhöfen, um den „Urlaub am Bauernhof“ in der Region zu entwickeln. Das Projekt war einerseits toll und innovativ, andrerseits umstritten und brachte Neider hervor (die Urlaubsdestinationen mit Schwimmteich am Bauernhof sind beispielsweise im Internet nicht (mehr) zu finden).

Eines dieser erfolgreichen Projekte war der Kräutergarten Schützenhofer.

Jetzt, nach rund 20 Jahren ist der Garten entsprechend eingewachsen

Soweit der „Alte Garten“ aus 2003.

Der Junior dürfte den Schaugarten noch erweitert haben. Oder ist der Schwimmteich (ca.15 x 20m) samt Saunahäuschen nur privat? Ich muss die Gärtnerei noch einmal besuchen, wenn die Chefitäten da sind.

Die hohe Kunst des Folieversteckens bei der Kapillarsperre am Rand muss auch noch erst gelernt werden. Nachträgliches Kaschieren wird wohl schwierig beim steilen Ufer.

Interessantes Detail: Die „Sandkiste“ für Juniors würde perfekt integriert und in die Landschaft eingebettet:

Der Schwimmteich wurde erhöht gebaut und von Wällen begrenzt (d.h. es war nicht so viel Aushub nötig, das Aushubmaterial blieb vor Ort und nebenbei würde so ein Ausguck geschaffen).

Hat der Erbauer das Buch von Julie Moir-Messervy gelesen? Diese amerikanische Gartendesignerin propagierte, man solle (in den mitunter riesigen amerikanischen Privatgärten) immer einen Ausguck schaffen. Reiche Leute wollen gerne ihre Ländereien überblicken. Ich erinnere mich da amüsant an einen sehr vermögenden Landwirt, der nördlich von Marchtrenk bei Wels eine etwa 800.000 Euro-Villa auf die Spitze eines extra ausgewählten Rundhügels bauen ließ und am Ende drauf kam, dass er im Wohnzimmer vor der riesigen Glasscheibe sitzend seinen großen Garten nicht sah (weil der auf der Böschung unter der Terrasse war). Also brauchte er noch etwas Geld, um den Hügel künstlich so zu erweitern, dass das Plateau oben größer wurde (und damit die Böschung unpflegbar steil)

Der Ausblick vom Teich im Garten Schützenhofer wurde sehr schön.

Ein Teil des Aushubs bildet einen Wall, der das Areal von der Gärtnerei abschottet.

Man sieht, der Garten wurde sehr dekorativ bepflanzt und gestaltet.

Hinter dem Saunahäuschen gibt es einen Bereich mit etwas exotischeren Pflanzen (Bananen, Canna, Strelitzie, Eucalyptus,…). Wird hier die Winterhärte getestet, oder alles im Herbst abgedeckt oder ins Glashaus geräumt?

Zwei Meter hohes Brandkraut (Phlomis) ist in unseren Breiten auch eher unüblich:

Ein beeindruckender Garten.

Der Botanische Garten Triest, Italien

Endlich kam ich in den „richtigen“ Botanischen Garten von Triest. Triest hat nämlich zwei „Orto Botanico“ und bei meinem ersten Besuch erwischte ich akkurat den Falschen. Der „Falsche“ musste nämlich dem Bau der Universität weichen und übrig blieb nur ein kläglicher Rest, ungepflegt und nur mehr Rastplatz für Studenten.

Der „Richtige“, der „Civico Orto Botanico“ liegt etwas versteckt oberhalb des Stadtzentrums, einige Meter über dem Meer. Ähnlich wie in Brünn ist der Eingang abseits von der Straße (beim „Historischen Eingang“).

Mein Rundgang beginnt links im „Formalen Garten“.

Der Botanische Garten wurde von Bartolommeo Biasoletto gegründet, Apotheker in Triest. Nach Abschluss seines Pharmazie-Studiums (1814 in Wien) verbrachte er, gemäß der italienischen Wikipedia, ein Jahr in meiner Heimatstadt Wels!

Ich fand mehrere Arten von Salbei, einen blau blühenden Großstrauch, einen Rotblühenden uam. (in den Meriangärten in Basel gibt es eine schöne Salbeisammlung, daher erkannte ich sie auf Anhieb).

Der Schaugarten an einem Hang ist durch zahlreiche Treppen, Absätze und Stützmauern gegliedert und weist interessante Sitzplätze auf.

Die Pflanzen sind alle ausführlich beschrieben (was man ja heutzutage einfachst online übersetzen lassen kann).

Im Zentrum steht ein kleines ortstypisches Häuschen, wo Infomaterial erhältlich ist.

Interessant eine Kalksteinausstellung (weil rundum Karstgebirge ist) mit der Herleitung, in welchem Erdzeitalter welche Modifikation entstanden ist.

Es gibt auch hübsche Tunnel als Rankgerüste für Kletterpflanzen:

Für Kletterrosen oder hier für unterschiedliche Sorten von „Blauregen“:

Weil ich solche Sträucher schon in unserem Garten (neu gepflanzt) habe, freute ich mich besonders, hier ein größeres Exemplar mit reichem Fruchtansatz zu sehen:

Eine Erdbeerguave, die unreifen Früchte waren Mitte September maximal 2cm lang. Ob die noch wachsen und ausreifen?

Verkostbar waren reife Früchte eines „Azaroldorns“ (Crataegus acerolus), zwar nur etwa 2 cm dick, schmeckten aber wie süße Äpfel.

…und (Mitte September!) erste Kaki-Fallobstfrüchte.

Schön auch die Unterteilungen, mit denen unterschiedliche Pflanzen voneinander abgegrenzt wurden.

Senkrechte Baustahlstäbe mit Flechtweiden verflochten. Wer so was nachmachen will, Flechtmaterial bekommt man (im Winter) bei Weiden Freitag in Freising, Deutschland.

Hier wurde Buchs frisch gesetzt!! Sofern die Schädlinge (Buchszünsler und Schadpilze) bekämpft werden, könnten hier wieder fein duftende (und Mücken vertreibende) Buchshecken heranwachsen.

Da kann man getrost ignorieren, dass nicht alle Gartenteile perfekt gepflegt sind.

Ausserdem werden die Wege und Mauern gerade restauriert.

Der Botanische Garten Triest ist ein „schnuckeliges Kleinod“ und war den Umweg (auf der Fahrt nach Kroatien) wert.

Der Botanische Garten Triest bietet aber auch eine deutschsprachige Website an.

Das Tropenhaus von Salzburg

Die Zugfahrt von München dauerte etwas länger als vorgesehen. Weil ich den letzen Anschlusszug nach Wels nicht mehr erreichte zahlte mir die ÖBB eine Übernachtung in Salzburg. Ich nahm das erstbeste Hotel neben dem Bahnhof, fiel todmüde samt Gewand aufs Bett und schlief erst mal bis zwei Uhr früh. Das Herumtippeln in Freising und München hat mich ziemlich schlapp gemacht. Den „Zwangsaufenthalt“ nutzte ich natürlich um Salzburg zu erforschen

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Weihenstephaner Gärten

In Weihenstephan, ein paar Kilometer nördlich von München, gibt es nicht nur die berühmte Brauerei (die das „Weihenstephaner“ braut), sondern auch eine Fach-und Hochschule für Gartenbau. Diese betreibt Schaugärten, die „Weihenstephaner Gärten“, unter anderem auch einen „Sichtungsgarten“ in dem neue Blumenzüchtungen auf ihre Tauglichkeit in der Praxis (also ausgepflanzt) geprüft werden.

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Welche „Sonnenbraut“ (Helenium) ist die Schönste im ganzen Land?

Oder eher ein „Sonnenhut“ (Rudbeckia) ?

Oder statt der Massen lieber Fackellilien (Kniphophia) einzeln als auffällige „Hingucker“ setzen? Bloß welche?

Oder doch lieber Rosarotes?

Neben den Sichtungsgärten gibt es auch ein paar Schauanlagen mit interessanten Pflanzenkombinationen oder Gestaltungen.

Das sind „Zaubernüsse“ (Hamamelis). Kurz vor der Blüte im Februar (!!!) platzen sie auf und verstreuen die Samen in der Umgebung.

In Weihenstephan gibt es noch einige andere Schaugärten. Den Kleingarten mit Gemüse, Kräutern und Obst auf kleiner Fläche lasse ich aus.

Der Parterregarten, na ja. Etwas überdüngt.

Der Hofgarten mit dem „Salettl“.

Wenig spektakulär. Ein paar interessante Kübelpflanzen.

Rotblühende Erythrina christa galli etwa, oder so ein weißblühender Clerodendrum (Losbaum). Die Blüten mit zartem feinem Duft nach überreifen Bananen:

Zum Abschluss noch der Oberdieckgarten (nach einem Obstbau-Gelehrten benannt):

…mit einem „Apothekergarten“, sortiert nach Indikationsgebieten und Verwendungsmöglichkeiten:

Mit einem (sehr kleinen) „Duftgarten“ mit 2 Beeten:

…eilig weiter nach München zurück, zum Botanischen Garten.


Zweiter Besuch der O.Ö.Landesgartenschau

Von meinem Erstbesuch der Landesgartenschau in Schärding war vom Schauareal nur noch der Schlossgarten von mir unbesichtigt. Wegen Regens waren dort frühzeitig die Kartenabreißer:innen* selbst „abgerissen“. Und der Schlosspark wurde deshalb eine Stunde früher geschlossen. Damals ließ ich mir das extra bestätigen (bezahlt ist bezahlt), damit ich später noch in den Schlosspark darf.

Nebenbei wollte ich noch Restblüten des Phlox und aktuelle Blüten in der Staudengärtnerei Sarastro besichtigen.

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Eindrücke von Olmütz und Brünn (CZ)

Bevor ich über die Gärten von Brünn berichte, noch ein Querschnitt über meine sonstigen Eindrücke von den zwei Städten.

In Olmütz durfte ich im Goldenen Klimt-Zimmer der historischen „Villa Primavesi“ übernachten.

…und durchwanderte die schöne Altstadt…

In Brünn besuchte ich auch das aufwändig gestaltete „Museum der Roma-Kultur“…

Darin ist u.a. ein faszinierender Raum wie ein Kaleidoskop, mit verspiegelten Wänden, Boden und Decke.

…und die Kunstgalerie in Museum für Angewandte Kunst…

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bier – garten – wanderung, in Oberfranken (D)

Eine Einladung zu einer Bayerischen Bier-gartenwanderung soll man nicht abschlagen. In der Region Oberfranken hat wohl jedes Dorf mindestens eine Brauerei und man wandert dabei von Dorf zu Dorf oder jetzt im Juli von Biergarten zu Biergarten und verkostet eifrig das edle Gesöff. Ich, unverbesserlicher Gartenexzentriker, nahm mir dabei die Zeit, etliche Vorgartengestaltungen unter die gestrenge Lupe zu nehmen.

Man sieht, das Bier ist dort allgegenwärtig und sozusagen landschaftsprägend.

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Ein mediterraner Garten nahe Würzburg (D), der „Ewige Garten Erlabrunn“ und das Tropenhaus „Klein-Eden“

Brigitte und Rainer Stumpf haben vor ca. 40 Jahren auf einem früheren Maisacker einen mediterranen Garten auf einem Südhang angelegt.

Der Garten kann von Gruppen besichtigt werden. Für mich machten sie eine Ausnahme.

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Garten von Marina Wüst, Frickenhausen (D)

im wunderschönen Weinbauörtchen Frickenhausen (am Main)

…haben Marina Wüst und ihr Mann einen wunderschönen Garten anlegen lassen bzw. angelegt.

Beim Betreten fällt zuerst die schöne Pflasterung auf. Der „Wachhund“ ließ sich bereitwillig streicheln.

Viel Buchs wächst im Garten und wird kunstvoll geschnitten (und erfolgreich gegen Zünsler und Pilze verteidigt).

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Gartendschungel – Dschungelgärten

Seit frühester Kindheit bin ich ein Dschungelfan. Darum lasse ich auf meinen Reisen auch kein Tropenhaus aus (Eden Project, Wisley, Zoo Basel, Zoo Stuttgart, Zoo Karlsruhe, Wien, Linz,…).

Besonders angetan haben es mir Gartendschungel. Etwa die Gunneraplantage der Trebah-Gardens:

, FC : (0,0,0)

Oder dieser Dschungelgarten:

Was in einem Dschungelgarten nicht fehlen darf ist eine Paulownienhecke.

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Botanischer Garten (der Universität) Ljubljana, Slowenien

Auf der Heimreise von Kroatien machten wir einen Zwischenstopp in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens.

In der Stadt gibt es einen Botanischen Garten, den ich mir anschaute.

Der Eintritt ist frei und die zahlreichen Sitzbänke werden intensiv genutzt, um im Schatten älterer botanischer Raritäten Ruhe zu finden.

Ansprechend gestaltet ist der „Steingarten“.

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Insel Susak (Kroatien)

Im Juni (2025) war ich wieder einmal reif für die Insel. Nicht England, sondern diesmal die Insel Susak mit dem einzigen Ort „Susak“, westlich der kroatischen Insel Lošinj. Man kann mit dem „Postschiff“ hinfahren. Diese Fähre für Passagiere mit viiiel Gepäck…

…und Platz für maximal 2 Autos oder nötiges Baumaterial benötigt mehr als 3 Stunden, weil am Weg dorthin noch alle möglichen kleineren Inseln angefahren werden.

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