Kategorie: Landschaftsgärten

  • Mittwoch 5.Juni, Exbury Gardens (28) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    So, der letzte Garten meiner 14tägigen Tour mit Campervan durch Südengland, Cornwall und Devon. 28 Gärten konnte ich besuchen, also durchschnittlich 2 pro Tag.

    Als letzte Gärten interessierten mich „Savill Gardens beim Schloss Windsor“, der als „schönster Gehölzgarten Englands“ gilt und das „Sir Arnold Hillier Arboretum“ mit allen Bäumen und Gehölzen Englands, die „Longstock Water Gardens“, das „Rockwood Farm House“ und die Exbury Gardens, wo einmal eine Million Rhododendren gesetzt wurden. (siehe auch

    How to find a garden?

    Wegen der noch nötigen Fahrzeiten (zur Rückgabe des Campervans) kam nur noch ein einziger Garten in Frage, ich entschied mich für die Exbury Gardens. In Deutschland führt die Baumschule Hachmann mehr als 600 Sorten Rhododendren und Azaleen mit einem Blühkalender von etwa 2 Monaten. Den Baumschulkatalog vor Augen dachte ich, da müssten doch auch welche in Old England blühen.

    In den Exbury Gardens hatte ich dann das Gefühl, dass seit 1942 (als der damalige Eigentümer Lionel de Rothschild gestorben ist) nicht mehr viele Rhododendren dazugekommen sind. Man sieht davon zwar tolle Exemplare, etwa 6m hoch, aber in nur wenigen Farben. Wahrscheinlich habe ich in den eineinhalb Stunden meiner knappen Zeit nicht alles von den 81 Hektar gesehen (die nicht zu 100% Schaugarten sind) oder war wirklich zur falschen Zeit dort. Ich fand es aber schon merkwürdig, nahe dem Eingang keine einzige mehrfarbige Hybride zu finden.

    Der Irisgarten war auch eine Enttäuschung. In anderen Schaugärten fand ich sie in voller Blüte und hier zwischen Unmengen von „Wiesenschaumkraut“ (Synonym für Wilde Möhre, Bärenklau und ähnliche weißblütige Doldenblüher) und hohen Wiesengräsern.

    Die meisten Blumenbeete wirkten überaltert, ungepflegt, ziemlich überdüngt und wirr durcheinander.

    Die Gehölze haben auch schon lange keine Gärtnerhand gesehen.

    Mit viel Ausdauer fand ich doch ein paar Highlights:

    (wesentlich dunkler als die Fotografie wiedergibt, ein sattes dunkles kräftiges Rot)

    Verschiedenfarbige Perückensträucher:

    Rhododendren mit silbrigem Indument (Behaarung, Flaum)

    Der „Steingarten“ ist auch schon ziemlich überwuchert und in die Jahre gekommen.

    Eine Attraktion des Parks ist die Dampfeisenbahn, die koksbefeuert und händisch beheizt wird.

    (die Drehscheibe wird mit Muskelkraft gedreht)

    Vielleicht hätte ich mir doch den Wassergarten anschauen sollen? Die Seerosen blühten (in Knighthayes) gerade üppig.

  • Dienstag 28.Mai, Trebah Garden (7) und Glendurgan Garden (8) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Trebah Garden ist ein „must have seen“ das denken sich wohl auch die Benutzer der viielen Autos, die vor mir schon da sind.

    Ein Trogtal zieht sich zur Küste hinunter und erlaubt diesen wirklich sehenswerten „Schluchtgarten“. Oben thront eine Villa, von der der Besitzer sein Refugium überschauen konnte. Unten ist eine geschichtsträchtige geschützte Bucht und die Mündung des Helford River, von der aus im Zweiten Weltkrieg die Invasion Frankreichs (am „Omaha-Beach“) gestartet wurde.

    Der Golfstrom erlaubt (sub)tropische Gewächse, Riesenbambus, Riesenrharbarber (Gunnera manicata), Baumfarne und Palmen, die Feuchte lässt Rhododendren sonder Zahl und Bananenstauden gedeihen.

    Feiner Nieselregen und dampfende Feuchte wechseln sich ab. Regenschirm öffnen, schließen, öffnen,… InsiderInnen gehen hier mit Regenmantel, ich leider nicht, der liegt gut im Auto. Die Feuchte beschlägt auch die Objektive, auch am Handy.

    Ein Highlight des Gartens ist der „Riesenrharbarber“ im Mittelteil des Gartens.

    Jetzt gerade 3 Meter hoch, im Sommer wird er bis zu 5 Meter hoch wachsen. Und man darf ihn nicht nur aus der Ferne bewundern. Man ist mittendrin in diesem grünen Dschungel. Richtig beeindruckend.

    Der untere Teil des Gartens ist mit Hortensien bepflanzt, die erst im Sommer oder schon demnächst blühen werden.

    Unten wurden mediterrane Pflanzen rund um den Teich gesetzt. Hinreissend ist der Blick nach oben durch das grüne Tal zur Villa.

    Im oberen Teil umfassen Bambus, Rhododendren und Baumfarne einen Bach, der von Blüten umsäumt ist und wo der Weg sich stark schlängelt.

    Dann kommt man wieder oben an, bei der netten Villa mit Spezialterrasse (weil durchaus unüblich, runde Riesensteine sie abgrenzen). Hübsch. Hätt ich auch gerne da gewohnt und Martinis geschlürft.

    Der Ausblick ist wirklich grandios.

    Zuletzt wird man noch mit einem „Court Garden“ verwöhnt, den ich mit „arrangierter Garten“ übersetzen würde (angeleht an „courtship“, siehe englische Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Courtship ).

    Der Glendurgan Garden liegt gleich daneben, im Nachbartal, nur durch einen Bergrücken getrennt  Er wurde 1820 vom selben Besitzer angelegt (aber anders als Trebah nicht weiterverkauft).

    Kleiner, überschaubarer, nicht so üppig bepflanzt, schneller durchwanderbar.

    Schnell ist man am Kiesstrand, der dort etwa 10 kleine Häuser beherbergt. Alte Fischerhäuser?

    DAS Highlight des Gartens ist ein Labyrinth, Kirschlorbeerhecken, hübsch rund geschnitten.

    Ich Zweimetermann hätte locker darüberhinweggesehen, was mir wohl nicht viel geholfen hätte (ich nahm mir nicht die Zeit mich zu verirren, ich wollte eher wieder irgendwie trocken werden).

    Schlussendlich steuerte ich noch eine Farm Camp Site zum Übernachten an (ein Bed & Breakfast-Zimmer konnte ich nicht auftreiben. Alles ausgebucht).

    Seeehr „rural“, mit 2 Kompostklos und 2 Warmwasserduschen, aber ohne Waschmuschel. Wäschewaschen im Stehen unter der „Urwalddusche“. Abenteuerlich.

    Im grauen Morgengrauen erst im Unterholz entdeckt, der Waschplatz mit fließendem Kaltwasser:

  • Samstag 25.Mai Coleton Fishacre Garden (4) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Aufstehen um 07:00. Der Garten öffnet erst um 10:30. Kleine Küstenwanderung zur vom Parkplatz sichtbaren  Kirchturmspitze, die sich in der Nähe als Landmark für Seefahrer, 1864 errichtet, entpuppt.

    Ich fahre ich dann doch zum Garten (etwa 08:30) ins nächste Funkloch hinein. Ich bin der Erste heute hier. Bis 10:30 tippe ich wieder beim Blog (kann ihn aber nicht hochladen) und der Parkplatz füllt sich mit mehr als 30 Autos. Wieviele werden noch  kommen über die enge Zufahrt? Bis Mittag rund 50 Besucherautos.

    Der subtropische Garten von Coleton Fishacre hat mich nicht vom Hocker geworfen. Dafür habe ich schon zu viele Gärten gesehen. Ist eher Konservierung des Alten und Anbetung der Asche. Es scheint nicht viel hinzugekommen zu sein eher weggekommen durch einen Schädling.

    Später muss ich noch Bilder nachtragen. Muss das Handy beim Fahren noch mehr aufladen.