Kategorie: Gartendesign und Designergärten

  • Do 6.Juni: Wisley: Gemüsegarten + Rosengarten + Steingarten + … – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Natürlich werden in Wisley auch die neusten (farbigen) Gemüse- und Kräuterzüchtungen präsentiert.

    …und Neuigkeiten

    (aber so neu sind „Erdbirnen“ gar nicht)

    Das Restaurant hat seinen „Schanigarten“ im Gemüsegarten.

    Neues Gemüse braucht auch neue Kochrezepte

    Die Rezepte kann ja jede/r mit dem Handy abfotografieren.

    Kostproben (der Gewächse) gefällig?

    Man kann auch auch anhören, was Andere über Nachhaltigkeit zu sagen haben:

    Hier ein nachhaltigeres Selbstbau-Glashaus (die Bauweise ist veraltet)

    Zurück zum Design

    …aber Filipendula / Mädesüß hat doch ganz andere Blätter? Diese nicht ganz winterharte Pflanze wuchs bis einem Frustfrost auch in unserem Garten, Eryngium agavifolium („Agavenblättriges Mannstreu“)

    Es gibt so viel zu sehen

    Es gibt so schöne Iris (in blau, lila, weiß, rot, gelb, orange, kupferfarben, hell und dunkel und mehrfarbig, gestreift, gesprenkelt,…

    ..

    und könnte man kann sie danach im Shop kaufen, das Stück um 14 Euro. Eine rare Neuzüchtung, könnte auch 30 Euro pro Töpfchen kosten oder noch mehr. Soll man jetzt nur eine kaufen? Einen Edelstein, einen „Hingucker“?

    …oder lieber eine größere Anzahl? In der Gruppe ist die Wirkung unvergleichlich besser.

    Schwierig, schwierig. Die Pfingstrose vom Titelbild, ich darf nicht sagen, was die gekostet hat…

    Wenn Blumen mit gleichem Farbton ineinander wachsen, kann auch ein Fake-Bild entstehen, wie dieses:

    Doch welche (Farb)Kombination ist die beste?

    Hier steht ein cremeweisser Chinesischer Blumen-Hartriegel (Cornua cousa chinensis) vor einem schneeweissen Japanischen Hartriegel (Cornus kousa). Wenn man die Sträucher nicht zur Blütezeit kauft und einsetzt weiß man nicht, ob die Farben zueinander passen (bei den Blumen-Hartriegeln sind es übrigens nicht die Blüten, die so interessant weiß sind sondern die wahren Kleinstblütchen umfassende weiß gefärbte „Hochblätter“ wie beim „Weihnachtsstern“)

    (Clematis mit Rose, wegen gleicher Blütezeit der frühjahrsblühenden Clematissorten mit Rosen eine häufige schöne Kombination, siehe auch „The Garden House“).

    Eine andere häufig zu sehende Kombination: Rosen mit Storchschnabel (Geranium).

    (oben: Rose ‚Morning Mist‘ (Ausfire))

    (der Steingarten)

    (die Blumenwiese)

    (die Bonsai-Ausstellung)

    Wisley Manor im Tudor-Stil

    Die Kunst, Englischen Rasen zu pflegen: Das Gras wird etwa 15 mm ausschliesslich mit einem Spindelmäher gekürzt, am Mähgerät hinten dran ist eine zusätzliche Walze (Walzenmäher), die das Gras etwas umlegt, wodurch die charakteristischen Streifen sichtbar werden sofern man in 2 Richtungen fährt (schafft man mit einem „gewöhnlichen“ Kreiselmäher nicht so gut). Nach dem Mähen wird beregnet, weil das Gras durch die Schnittflächen Feuchtigkeit verliert, anschließend je nach Wetterlage mit einer Bürstenwalze getrocknet (und gleichzeitig vertikutiert = abgestorbene Halme ausgekämmt), damit sich kein Grasschimmel bildet (woraus Flecken resultieren könnten) oder der Rasenboden wird mit einer Stachelwalze belüftet und besandet, usw. Der feine englische Nieselregen (Steigungsregen aus wasserdampfgesättigter Luft) bewirkt, dass der Rasen gut gedeiht und nicht gelb ode (igitt) gar braun wird.

    Hat die Bank den Mäher (eigener Gärtnerberuf) inspiriert?

    Neben dem alten Herrenhaus ist der Ausgang. Den hohen Emotionspegel kann man durch einen Buchkauf

    …oder Pflanzenkauf

    …wirkungsvoll abbauen Darum ist (Ergebnis der Konsumenten- und Tourismusforschung) IMMER am Ende eines erfolgreichen (!) Erlebnisparcours, Erlebnisparks, Zoos oder Möbelhauses) ein Shop, um die Leute „herunterzuholen“ und die aufgebauten Emotionen für Spontankäufe zu nutzen (und gleichzeitig Zusatzgewinne abzucashen). Wird nämlich bei der Heimfahrt über das Essen, das nicht allen geschmeckt hat oder das nicht saubere WC gemeckert, so wandeln sich positive Emotionen in negative Emotionen um und das Gesamte bekommt „a schlechte Nachred“. Erlebnisparkbetreiber brauchen aber eine gute Nachred‘ für die Mundpropaganda als beste Werbeform und damit die Besucher wieder kommen. Ich war nun schon zweimal in Wisley, ich möchte wiederkommen.

    /f a

  • Montag 3.Juni: Kentisbeare House Garden (heute geschlossen), Kia Ora Farm Garden (heute geschlossen), Knighthayes Court Garten (24), Hestercombe (25) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Der Garten des Kentisbeare House wurde 2005–2007 von Arabella Lennox-Boyd neu gestaltet. Leider darf ich den Privatgarten ohne Erlaubnis der Besitzer (waren gerade nicht da) nicht besichtigen, sagte der Gärtner.

    Bei den Kia Ora Farm Gardens dasselbe.

    Weiter zu Knighthayes.

    Nach dem Eingangsbauwerk (Bild oben) weiter in den Gemüsegarten

    (Panoramabild)

    Nach dem Gemüsegarten und dem Waldweg nahm ich die falsche „Abkürzung“ und befand mich an der Zufahrtsstrasse im Privatbereich.

    Warum befolge ich auch denn nicht Empfehlungen wie diese: Mensch latsche den langen Waldweg wieder retour.

    Ergebnis: Eeine Stunde im Wald herumgelatscht (Waldspaziergänge haben auch was) frei nach Gefühl „dort müsste der Blumengarten doch sein“. Ein Blick in den Plan hätte genügt.

    Die Leute hatten einen schönen Ausblick.

    Die Überraschung fand dann aber beim Seerosenteich statt:

    Ein flirrender Anblick, dieses „Meer“ an zweifarbigen Wasserlilien.

    Eine gelblaubige Fuchsie.

    Edwin Lutyens entwarf als Architekt Haus und „Hardware“ im Garten, Gertrude Jekyll die Bepflanzung. Beide wiesen in der englischen Gartengestaltung (nach den bisherigen streng formalen Gärten) einen neuen Weg. Siehe die Treppen, Balustraden, Wegbeläge, bodendeckenden Pflanzen und Schmuckstauden.

    Lutyens entwarf auch das Design dieser Gartenbank, die in dieser Form und aus Teakholz noch heute so gebaut wird (Tradition als Weitergabe des Feuers oder Anbetung der Asche? Das ist hier die Frage. Neues Gartendesign mit altem Sitzbankdesign?)

    Hier das Anwesen „Hestercombe“ mit Garten unterhalb:

    Der Garten ist eine Pracht.

    Man betritt den Garten über die Ecken. Links und rechts Wasserrinnen, hinten eine Pergola, alles in allem ein „Walled Garden“ (von Mauern eingefasst, um ihn und die sich darin Aufhaltenden vor Wild und Weidetieren und Wind zu schützen und ein Kleinklima zu schaffen).

    Die Mauern, Treppen und Wegbeläge haben ihren eigenen Reiz:

    Zwischen Steinritzen und an Mauern das herzige „Mauer-Gänseblümchen“.

    Hier fand ich auch die geniale „Lutyens‘ circular steps“-Treppe wieder, mit oben nach innen gekehrten (konkaven) Stufen im Halbkreis, Trennmäuerchen und unten nach außen gekehrten (konvexen) Stufen im Halbkreis. Diese Art Treppe ließ er an verschiedenen Orten bauen, u.a. in Great Dixter (East Sussex, England) oder im wunderschönen Garten von Bois des Moutiers (Varengeville-sur-Mer, Normandie, Frankreich).

    Hestercombe um 18:00 verlassen. Wieder einmal kein Internet. Eine heiße Dusche wieder einmal wäre auch nicht schlecht. Zurück nach Exeter, vielleicht habe ich dort Datenempfang (fürs Navi, für die Reiseplanung, für den Blog). Nothing. Ins Inn gesetzt, als „Soup of the day“ gibt es wie so oft Breisuppe (fein püriertes = gemixtes Gemüse) und es gibt WIFI (WLAN). Bed and Breakfast und WLAN gefunden und gebucht (€73,-) in „Lyme Regis“ im Hotel „The Royal Lion“. Bitte wo ist Lyme Regis? 45 Fahrminuten entfernt, ein kleiner Küstenort.

    Todmüde aufs Bett gelegt. Samt Gewand geschlafen bis 02:00. Dann 20min Dusche und nichts als Dusche. Gebloggt, Ladegeräte zusammengesucht. Noch 2 Stunden geschlafen. Ich soll um 08:15 beim Frühstück sein . Da:

    Mit warmem Frühstück nach Wahl:

    Natürlich probierte ich das Full English Breakfast:

    Danach Zeit genommen, den Ort zu erkunden

    Nettes englisches Städtchen oder Dorf. Hier dreht sich viel um Fossilien, die auch am Strand gefunden werden können. Ansonsten schöner Kiesstrand (Rundschotter 32/64 mm).

  • Sonntag 2 Juni, The Garden House (21), Wild Side Garden, Castle Drogo Garden (22), Stone Lane Gardens (23) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    „The Garden House“ war für mich einer der vielfältigsten und schönsten Gärten der Reise. Da hat alles zusammengepasst. Schöne Blüten, schöne Blattkontraste, schöne Gestaltungen, heimelige Ruhebänke, perfekter englischer Rasen und das Ambiente, alte Gemäuer integriert und neues Design.

    Im Turm ist eine Wendeltreppe, auf der man raffiniert in die nächsthöhere Ebene gelangt (es gibt aber auch andere Stiegen). Oben: Ein breiteres Rasenstück, beidseitig natürlich mit Ruhebank.

    (R

    Der „wilde Garten“

    Ruinengarten mit Mauerresten

    Danach Fahrt durchs Dartmoor zum nächsten Schaugarten. Das Dartmoor ist kein flacher Sumpf, sondern (abgesehen von ein paar Waldflecken) eine baumlose Hügellandschaft und Steppe,mit freilaufenden Schafen und Pferden, die gerade Nachwuchs haben

    (Panoramaaufnahme)

    Die Schafrasse dort hat schwarze Beine und einen schwarzen Kopf, genau wie in den Filmen der Aardmanstudios („Wallace und Gromit“, „Wenn Hennen rennen“)

    Castle Drogo gilt als letztes erbautes Schloss, ein Werk vom berühmten britischen Architekten Sir Edwin Lutyens (1869-1944). Dem Namen sprechen die Engländer als „Latjens” aus.

    Der zugehörige Castle Drogo Garden war ein typischer National Trust Garten. Kennst du einen davon, kennst du alle (haben alle ziemlich dieselben Pflanzen und Sorten, wahrscheinlich machen sie einen gemeinschaftlichen Einkauf)

    D

    Gar zu gerne gätte ich mir die nahen „Wildside Gardens“ auch angeschaut. Mit Naturgarten und Präriegarten laut der Website. Angelegt von Keith Wiley und seiner Frau. Er war „1978-2003 Head Gardener“ im „The Garden House“. War leider der falsche Tag.

    Die „Stone Lane Gardens“ beherbergen eine „Nationale Sammlung“ an Birken und Erlen aller möglichen Sorten und Moderne Kunst

  • Samstag 1.Juni, The African Garden (a lost garden of Plymouth), Elizabethan Gardens (19), The Cider House Garden (ist eigentlich ein Teil vom Buckland Abbey Garden [20] ), The Garden House (21) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Nach dem Motto “ Cornwall im Mai, Devon im Juni“ führe ich die Gartentour am ersten Junitag in Plymouth fort.

    Zuerst suchte ich „The African Garden“. Trostlos verwildert sieht er aus. „She died“ erklärte eine Nachbarin. „He“ dürfte als Experte für afrikanische Pflanzen noch irgendwo im Nirgendwo aktiv sein. Besichtigt und dokumentiert habe ich den Garten, aber mitzählen kann ich ihn nicht.

    Nur diese nette Dame fand ich, aber sie konnte mir auch keine Auskunft geben:

    Laut einem Advisor ist der Trip „Elizabethan Gardens“ der zweitschönste Garten von Plymouth. Ich fand einen freien kostenlosen Parkplatz im trubeligen Hafenviertel Barbican (‚Barbicane‘ war  ein vorspringender Teil einer Festung).

    Beim Festungswall finde ich den Garten nicht, dort ist eine Artilleriekaserne. Der Wachmann im Hüttchen lotst mich zur richtigen Stelle.

    Die Elisabethan Gardens sind gesamt etwa 40 mal 40 Meter klein.

    Viel ist nicht mehr übrig, 2 Gartenteile wurden nette Beislgärten (Beisl, österreichisch für „Kneipe“). Zweiter Flop des Tages? Der Garten wird mitgezählt.

    Den „Cider House Garden“ habe ich recherchiert, er ist direkt neben der vom National Trust verwalteten Buckland Abbey, die auch einen „Garden“ hat. Dort parke ich und schaue vorher die Abbey im Schnellschritt an (Sir Francis Drake hat dort mal gehaust, über ihn gibt es eine Ausstellung). Der Abteigarten ist schöner als ich vom Rational Trust erwartet habe.

    Das ist das ‚Cider House‘ mit Garten

    Der Cidergarten ( österreichisch vielleicht „Presshäuslgarten“?) neben einem Blumengarten und einem Küchengarten ein Teil der Gärten der Abtei.

    Was nicht passt wird passend gemacht:

    Blauregen kann man auch als „Baum“ ziehen:

    Ganz in der Nähe ist „The Garden House“.

    Eindeutig der schönste Garten dieser Reise.

    Vor 19 Jahren verbrachten Irene und ich eine Woche in Cornwall. Damals besuchten wir diesen Garten (und den Ken-Caro-Garden, der mittlerweile geschlossen ist und zwei andere). Ich hatte ihn als megaschön in Erinnerung und so ist er noch heute. Obwohl ich eineinhalb Stunden darin herumstapfte habe ich nicht alles gesehen. Morgen Sonntag ein zweiter Besuch (darf dann gratis hinein). Morgen mehr schöne Bilder dazu.

    Im nahen Dorf „Buckland Monachorum“ entdeckte ich das „Drake Manor Inn“ mit gutem Essen, gutem Ale und ein paar schöne Vorgärten bei Reihenhäusern.

    Das Schulhaus:

    Neben den Ortsbach ein früherer Wäschewaschplatz:

    Dieses nette Paar, das heute Sonntag zur Kirche ging, erlaubte mir das Bild zu machen:

    In Ausarbeitung:

    Sonntag 2 Juni, The Garden House (21), Castle Drogo Garden (22), Stone Lane Gardens (23)

  • Montag 27.Mai „Pinetum Gardens“ – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Nach der „Eden Project Enttäuschung“ wieder in einen Schaugarten, etliche Hektar groß. Unterteilt in verschiedene Gartenteile, Ruhegarten, Japanischer Grten, Wintergarten, u. a.m. Die Gärten faszinieren durch die Gestaltung und Pflanzenwahl, durch Blattkontraste und -farben. Spitze Blätter neben runden Blättern, alle möglichen Blattfarben, knallgelbes neben zartgrün, panaschierte (=gefleckte) Blätter,feinste Farbnuancen. Alles wunderbar kombiniert und in Szene gesetzt. Man kann sich gar nicht sattsehen.

    Wer glaubt, die Blüten von weißen Wisteria duften nicht, sollte einmal zu dieser Brücke gehen. Schon von weitem dringt der sinnliche Duft in die Nase, noch bevor der träumerische Anblick das Auge becirct.

    Das „Pinetum“, eine Baumsammlung ausschließlich mit Nadelbäumen:

    Nadelbäume haben weibliche Blüten (aus denen später die Zapfen werden) und mehr männliche Blüten (die den Pollen an den Wind übergeben).

    Einige Eichen am Grundstück haben ein hohes Alter und einem wunderschönen Wuchs.

    Der „Wintergarten“. Kein Glashaus, hier gibt es die auffallendsten Kombinationen wintergrüner Gehölze.

    Auch der japanische Garten ist traumhaft schön. Gerade ca   30*30 m groß und alles drin, was einen japanischen Garten ausmacht, von der Bambusrohrquelle (ohne Wildtierscheuche, nur ruhiges Plätschern) bis zu den einzeln gesetzten Wegsteinen (um den Gang zu entschleunigen) oder der Symbolik.

    Ausruhen im Landschaftsgarten.

    Oder unten am Teich.

    Noch Zeit für eine Fahrt (via Truro) zum pittoresken Caerhays Castle.

    …aber da weht ein gar zu heftiger seeehr feuchter Wind, ich fahre weiter zu „Enys Garden“: