Im Juni (2025) war ich wieder einmal reif für die Insel. Nicht England, sondern diesmal die Insel Susak mit dem einzigen Ort „Susak“, westlich der kroatischen Insel Lošinj. Man kann mit dem „Postschiff“ hinfahren. Diese Fähre für Passagiere mit viiiel Gepäck…

…und Platz für maximal 2 Autos oder nötiges Baumaterial benötigt mehr als 3 Stunden, weil am Weg dorthin noch alle möglichen kleineren Inseln angefahren werden.
Susak besteht interessanterweise aus einem Kalkstein-Felssockel, an dem die Meeresbrandung nagt, und darauf einem Gupf Löss, einer Art verfestigter Sand. Geologisch interessant, weil niemand weiß, wie der dorthin gekommen ist und geblieben ist. Der Löss kommt locker staubig oder verdichtet vor und ist leicht bearbeitbar.

Mit einem Schnellboot-Katamaran fährt man die Strecke Mali Lošinj – Susak alllerdings in nur 8 Minuten (wenn man die Langsamfahrt in den Hafenbereichen nicht berücksichtigt, inklusive dieser Schleichfahrten 35 Minuten)

Auf Susak gibt es ein allgemeines Fahrverbot, ausgenommen Traktoren. Susak hat nur eine betonierte Hauptstrasse, die etwa 500m lang ist, betonierte oder gepflasterte Gehwege und sonst Sandpisten und Traktorwege. Traktoren (uralte landwirtschaftliche Zugmaschinen und -Schlepper, also so zweirädrige Universalgerate, an die man einen Pflug oder einen zweirädrigen Karren anspannen kann) und zwei „Stapler“, sind die einzigen Verkehrsmittel auf der Insel.

Wasser ist rar auf der Insel, es gibt zwar eine Meerwasserentsalzungsanlage aber nicht überall Wasserleitungen.

Die wenigen Fahrräder und Elektroroller dürften eigentlich im Fahrverbot nicht fahren, aber mangels Verkehr gibt es wohl auch keinen Verkehrspolizisten, der das beanstandet.

Auf der Insel selbst gibt es nur einen längeren Traktorweg.

Ein Teil ist schön gepflastert oder betoniert (Sand zum Betonieren gibt es ja im Überfluss), der Rest unbefestigter steiniger Sand (oder Schlamm wenn es regnet). Die Schlepper zuckeln manchmal seeehr gemächlich durch die Gegend. Man hat Zeit auf Susak.
Eigentlich gilt die Insel „Ilovik“ südlich der Insel Lošinj, als „die Blumeninsel“, aber der feine Boden von Susak verführt wohl etliche Insulaner:innen*, mehr Blumen zu setzen. Rosen gedeihen hier prächtig.

Deutschsprachige kennen nur den Ort „Susak“(mit „Oberstadt“ und „Unterstadt“). Laut kroatischer Wikipedia heißen die beiden Siedlungen aber „Donje Selo“ oder „Spiaza“ und die ältere, oben gelegene,“Gorenje Selo“, hundert Meter voneinander entfernt und durch eine gewundene Steintreppe (und eine längere einspurige Straße) verbunden.

Ansonsten findet man auf der Insel uralte (rekultivierte) Weinkulturen, viel Gestrüpp und dichteste Bestände von hohem Pfahlrohr (Spanisches Schilf, Arundo), das einst als Windschutzhecken gepflanzt wurde und verwilderte und andere hohe Gräser. Diese Hecken sind zudem von Brombeeren durchsetzt. Ein Durchkommen durch so ein Hindernis ist schier unmöglich.
Es gibt einen Hauptweg, der großteils ein sandiger Traktorweg ist und ein Stück gepflastert (!) ist. Er führt vom Hafen hinauf zum Friedhof, zur Oberstadt und zum Leuchtturm. Wenige Traktorspuren zweigen von ihm ab. Aber man findet auch (nicht beschilderte oder nicht gekennzeichnete) Wanderwege. Bei manchen dieser „Wanderwege“ ist es unklar, wandern hier gelegentlich Menschen, liefen bloß Wildschweine durch oder hat der Regen ein 30cm breites Bachbett in den Sand gefressen. Aber es gibt auch Überraschungen:

Uralte Zisternen, wo unklar ist, woher das Wasser stammt

…und ob die grünen Farbreste von Kupferspritzmittel des Weinbaus stammen?
Ein paar Wasserläufe sind mit Lorbeermacchie bewachsen. Umgestürzte Bäume, stachelige Brombeerranken und Grasfilz bilden quasi einen Urwald. Ohne Machete kommt man da nicht durch. Die Insel ist aber auf dem einzigen Traktorweg und auf schmalen Sandpfaden durchwanderbar. Wenn ein Wind bläst, dann ordentlich (deswegen ja die Hecken!), nur in der Unterstadt ist es beinahe windstill.

Der Norden der Insel ist auch mit riesigen Farnpolstern bewachsen, entsprechend abenteuerlich sind die Wanderwege

Als Zwanzigjähriger hätte ich da nicht halt gemacht, aber jetzt schon. Wenn ich in diesem Dickicht auf immer verschwinde…
Am höchsten Punkt der Insel (96m) steht ein Leuchtturm:

Aus der Wildnis folge ich lieber solchen Hohlwegen zurück in die „Zivilisation“…

Bei der windgeschützten „Unterstadt“ gibt es einen Sandstrand.

…und freie Häuser ( vor einem Hauskauf dort UNBEDINGT https://www.otok-susak.org/en/practicalities/buying-a-house/ „Buying a House“ lesen). Und es gibt schon renovierte Häuser (mit netten Türvorhängen)

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