Monat: Juni 2024

  • Fr 7. Juni: Rückblick und [30] Hausgärten – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Am letzten Tag der Englandreise wollte ich noch einen Rückblick machen. Heute, knapp 2 Monate später, tippe ich wieder.

    Bei der Fahrt trifft man immer wieder in Privatgärten auf faszinierende Schauobjekte, hier diese (uralte) „haushohe“ Kletterrose

    …oder diese prachtvolle Ceanothus-Hecke. Zuhause wird vielleicht der Flieder so hoch und Ceanothus friert ab:

    Fingerhut wächst in englischen Gärten wie Unkraut, kaum ein Garten ohne Fingerhüte. Mega giftig, aber es wird schon niemand daran knabbern:

    wird ergänzt

  • Do 6.Juni: Wisley: Gemüsegarten + Rosengarten + Steingarten + … – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Natürlich werden in Wisley auch die neusten (farbigen) Gemüse- und Kräuterzüchtungen präsentiert.

    …und Neuigkeiten

    (aber so neu sind „Erdbirnen“ gar nicht)

    Das Restaurant hat seinen „Schanigarten“ im Gemüsegarten.

    Neues Gemüse braucht auch neue Kochrezepte

    Die Rezepte kann ja jede/r mit dem Handy abfotografieren.

    Kostproben (der Gewächse) gefällig?

    Man kann auch auch anhören, was Andere über Nachhaltigkeit zu sagen haben:

    Hier ein nachhaltigeres Selbstbau-Glashaus (die Bauweise ist veraltet)

    Zurück zum Design

    …aber Filipendula / Mädesüß hat doch ganz andere Blätter? Diese nicht ganz winterharte Pflanze wuchs bis einem Frustfrost auch in unserem Garten, Eryngium agavifolium („Agavenblättriges Mannstreu“)

    Es gibt so viel zu sehen

    Es gibt so schöne Iris (in blau, lila, weiß, rot, gelb, orange, kupferfarben, hell und dunkel und mehrfarbig, gestreift, gesprenkelt,…

    ..

    und könnte man kann sie danach im Shop kaufen, das Stück um 14 Euro. Eine rare Neuzüchtung, könnte auch 30 Euro pro Töpfchen kosten oder noch mehr. Soll man jetzt nur eine kaufen? Einen Edelstein, einen „Hingucker“?

    …oder lieber eine größere Anzahl? In der Gruppe ist die Wirkung unvergleichlich besser.

    Schwierig, schwierig. Die Pfingstrose vom Titelbild, ich darf nicht sagen, was die gekostet hat…

    Wenn Blumen mit gleichem Farbton ineinander wachsen, kann auch ein Fake-Bild entstehen, wie dieses:

    Doch welche (Farb)Kombination ist die beste?

    Hier steht ein cremeweisser Chinesischer Blumen-Hartriegel (Cornua cousa chinensis) vor einem schneeweissen Japanischen Hartriegel (Cornus kousa). Wenn man die Sträucher nicht zur Blütezeit kauft und einsetzt weiß man nicht, ob die Farben zueinander passen (bei den Blumen-Hartriegeln sind es übrigens nicht die Blüten, die so interessant weiß sind sondern die wahren Kleinstblütchen umfassende weiß gefärbte „Hochblätter“ wie beim „Weihnachtsstern“)

    (Clematis mit Rose, wegen gleicher Blütezeit der frühjahrsblühenden Clematissorten mit Rosen eine häufige schöne Kombination, siehe auch „The Garden House“).

    Eine andere häufig zu sehende Kombination: Rosen mit Storchschnabel (Geranium).

    (oben: Rose ‚Morning Mist‘ (Ausfire))

    (der Steingarten)

    (die Blumenwiese)

    (die Bonsai-Ausstellung)

    Wisley Manor im Tudor-Stil

    Die Kunst, Englischen Rasen zu pflegen: Das Gras wird etwa 15 mm ausschliesslich mit einem Spindelmäher gekürzt, am Mähgerät hinten dran ist eine zusätzliche Walze (Walzenmäher), die das Gras etwas umlegt, wodurch die charakteristischen Streifen sichtbar werden sofern man in 2 Richtungen fährt (schafft man mit einem „gewöhnlichen“ Kreiselmäher nicht so gut). Nach dem Mähen wird beregnet, weil das Gras durch die Schnittflächen Feuchtigkeit verliert, anschließend je nach Wetterlage mit einer Bürstenwalze getrocknet (und gleichzeitig vertikutiert = abgestorbene Halme ausgekämmt), damit sich kein Grasschimmel bildet (woraus Flecken resultieren könnten) oder der Rasenboden wird mit einer Stachelwalze belüftet und besandet, usw. Der feine englische Nieselregen (Steigungsregen aus wasserdampfgesättigter Luft) bewirkt, dass der Rasen gut gedeiht und nicht gelb ode (igitt) gar braun wird.

    Hat die Bank den Mäher (eigener Gärtnerberuf) inspiriert?

    Neben dem alten Herrenhaus ist der Ausgang. Den hohen Emotionspegel kann man durch einen Buchkauf

    …oder Pflanzenkauf

    …wirkungsvoll abbauen Darum ist (Ergebnis der Konsumenten- und Tourismusforschung) IMMER am Ende eines erfolgreichen (!) Erlebnisparcours, Erlebnisparks, Zoos oder Möbelhauses) ein Shop, um die Leute „herunterzuholen“ und die aufgebauten Emotionen für Spontankäufe zu nutzen (und gleichzeitig Zusatzgewinne abzucashen). Wird nämlich bei der Heimfahrt über das Essen, das nicht allen geschmeckt hat oder das nicht saubere WC gemeckert, so wandeln sich positive Emotionen in negative Emotionen um und das Gesamte bekommt „a schlechte Nachred“. Erlebnisparkbetreiber brauchen aber eine gute Nachred‘ für die Mundpropaganda als beste Werbeform und damit die Besucher wieder kommen. Ich war nun schon zweimal in Wisley, ich möchte wiederkommen.

    /f a

  • Donnerstag 6.Juni, Royal Horticultural Society Garden Wisley (29): Das Tropenhaus – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Meine liebenswürdige anonym bleibende Gastgeberin lud mich zu einem Besuch des Wisley Garden ein . Sie ist dort „Member“ mit Jahreskarte und kann einen Gast mitbringen, was mir und den MitleserInnen und ZuschauerInnen dieses Blogs einen zusätzlichen neunundzwanzigsten Garten beschert.

    In Wisley werden neue Sorten erprobt, dann in den Schaubeeten dem Publikum (beschildert) präsentiert und im riesigen Pflanzenshop beim Ausgang kann dann alles erworben werden.

    Der erste Eindruck: Eine Show fürs Auge.

    Ein (neues) Gewächshaus gibt es auch.

    The show must go on.

    Für solche Kunstfelsen werden Silikonabdrücke von echten Felsen hergestellt (Negativform), diese Formen dann mit Mörtel ausgegossen (das Positiv). Verschiedene Bruchstücke der Positive werden zusammengefügt und zusammen mit einer Rückwandschalung mit Mörtel ausgegossen. So entstehen Kunstfelsen die massiv sind und deshalb echt wirken, wenn man mit dem Finger dagegenklopft. Die Silikonformen können auch mit Kunstharz abgeformt werden (für Bereiche ausserhalb von Klopf- und Griffweite). Alle Kunstfelsen werden dann täuschend echt angemalt. All das ist einfacher und kostengünstiger als tonnenschwere echte Felsklötze aufwendig auszusuchen, her zu transportieren, zu heben und zu positionieren und zu verankern. Für andere Felsen werden die Positive gedreht oder anders zusammengesetzt und anders bemalt. Weltweit gibt es nur eine Handvoll dieser Spezialisten, die solche Kunstfelsen bauen. So entstehen Felsdekorationen hinter Swimmingpools oder täuschend echt wirkende Felsen für Zoos oder für aufwändige Pflanzenschauhäuser.

    ( Aechmea mariae-reginae )

    Stammblütigkeit oder Kauliflorie, also dass Blüten und Früchte am dicken Stamm gebildet werden und nicht an dünnen Fruchttrieben, kennt man gewöhnlich nur vom (bei uns mäßig winterharten) Judasblattbaum (Cercis siliquastrum, Cercis chinensis oder Cercis canadensis) oder vom Kakaobaum, wie hier einer zu sehen ist (und auch von anderen Pflanzen).

    In Florenz stehen Judasblattbäume als Alleebäume. Sie werden regelmäßig so zurückgeschnitten, dass nur mehr Baumgerippe dastehen und im Frühjahr vor dem Blattaustrieb erscheinen dann die herrlichen pinken Blütenbüschel vor schwarzer Rinde. Einen Cercis erkennt man später im Jahr leicht an den Schotenfrüchten direkt am Stamm, er wird auch wegen seiner schönen Herbstfärbung geschätzt.

    Nein, das war ich nicht, heute ist der 6.6.

    Wenn immer blühende Pflanzen nahe am Rundgangweg stehen (sollen), dann gibt es wohl ein gleich großes Gewächshaus hinten im Abseits, wo dieser „Wechselflor“ enger stehend aufgepäppelt wird und dort auf den großen Auftritt wartet …

    So, genug vom Tropenhaus, ab in den Gemüsegarten und in den Rosengarten und und und … (neuer Beitrag)

  • Mittwoch 5.Juni, Exbury Gardens (28) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    So, der letzte Garten meiner 14tägigen Tour mit Campervan durch Südengland, Cornwall und Devon. 28 Gärten konnte ich besuchen, also durchschnittlich 2 pro Tag.

    Als letzte Gärten interessierten mich „Savill Gardens beim Schloss Windsor“, der als „schönster Gehölzgarten Englands“ gilt und das „Sir Arnold Hillier Arboretum“ mit allen Bäumen und Gehölzen Englands, die „Longstock Water Gardens“, das „Rockwood Farm House“ und die Exbury Gardens, wo einmal eine Million Rhododendren gesetzt wurden. (siehe auch

    How to find a garden?

    Wegen der noch nötigen Fahrzeiten (zur Rückgabe des Campervans) kam nur noch ein einziger Garten in Frage, ich entschied mich für die Exbury Gardens. In Deutschland führt die Baumschule Hachmann mehr als 600 Sorten Rhododendren und Azaleen mit einem Blühkalender von etwa 2 Monaten. Den Baumschulkatalog vor Augen dachte ich, da müssten doch auch welche in Old England blühen.

    In den Exbury Gardens hatte ich dann das Gefühl, dass seit 1942 (als der damalige Eigentümer Lionel de Rothschild gestorben ist) nicht mehr viele Rhododendren dazugekommen sind. Man sieht davon zwar tolle Exemplare, etwa 6m hoch, aber in nur wenigen Farben. Wahrscheinlich habe ich in den eineinhalb Stunden meiner knappen Zeit nicht alles von den 81 Hektar gesehen (die nicht zu 100% Schaugarten sind) oder war wirklich zur falschen Zeit dort. Ich fand es aber schon merkwürdig, nahe dem Eingang keine einzige mehrfarbige Hybride zu finden.

    Der Irisgarten war auch eine Enttäuschung. In anderen Schaugärten fand ich sie in voller Blüte und hier zwischen Unmengen von „Wiesenschaumkraut“ (Synonym für Wilde Möhre, Bärenklau und ähnliche weißblütige Doldenblüher) und hohen Wiesengräsern.

    Die meisten Blumenbeete wirkten überaltert, ungepflegt, ziemlich überdüngt und wirr durcheinander.

    Die Gehölze haben auch schon lange keine Gärtnerhand gesehen.

    Mit viel Ausdauer fand ich doch ein paar Highlights:

    (wesentlich dunkler als die Fotografie wiedergibt, ein sattes dunkles kräftiges Rot)

    Verschiedenfarbige Perückensträucher:

    Rhododendren mit silbrigem Indument (Behaarung, Flaum)

    Der „Steingarten“ ist auch schon ziemlich überwuchert und in die Jahre gekommen.

    Eine Attraktion des Parks ist die Dampfeisenbahn, die koksbefeuert und händisch beheizt wird.

    (die Drehscheibe wird mit Muskelkraft gedreht)

    Vielleicht hätte ich mir doch den Wassergarten anschauen sollen? Die Seerosen blühten (in Knighthayes) gerade üppig.

  • Dienstag 4.Juni, Abbotsbury Sub Tropical Garden (26), Bournemouth Lower Garden (27) – Nacht und Tagebuch eines Gartenexzentrikers

    Auf Empfehlung besuchte ich den Abbotsbury Sub Tropical Garden.

    (Alstroemeria)

    (Luma apiculata, Chilenische Myrte)

    Noch ein chilenisches Gewächs, Puya chilensis mit Blütenstand etwa 4 m hoch, siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Puya_chilensis

    Manchmal passt der englische Nieselregen, wenn er die Blätter benetzt und sie dadurch an Pracht gewinnen.

    „Großlibellen“, siehe dazu auch https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Flibellen

    Bournemouth ist eine Hafenstadt in Dorset mit etwa 180.000 Einwohnern, durch die Stadt fließt der Bach „Bourne River“. In der Stadt gibt es (je Richtung) dreispurige Straßen (die nicht Autobahn sind sondern normale Stadtstraßen ). Der namensgebende Bach wurde – Oh Wunder – nicht mit Straßen überzogen, sondern blieb weitgehend erhalten und an beiden Ufern auch eine Grünanlage, der Bourne Garden. Im unteren Teil heisst er „Lower Garden“ und wurde von der Stadtplanung aufgepeppt.

    The Bourne verschwörte sich gegen mich („The Bourne supremacy“ / „Die Bourne Verschwörung“ war ein Actionfilm-Titel nach einer Romanfigur von Robert Ludlum). Nach dem Parkbesuch irrte ich umher und suchte das abgestellte Auto gefühlte eineinhalb Stunden.

    Der Mittelteil des Parks, wo ich über Treppen einstieg, war noch parkähnlich, mit Wiesen und großen Bäumen.

    Je weiter bachabwärts ich wanderte, desto mehr Gestaltungen kamen zum Vorschein

    Eine klassische Minigolfanlage, die Bauwerke etwas aufgepeppt.

    So, die Parkuhr lief ab und ich sollte schleunigst zum Auto. Vorsorglich hatte ich eine Bildschirmkopie vom Navi gemacht, wo ich es abgestellt hatte.

    Das Problem bestan einerseits darin, dass der Park noch weiterging, aber am Plan nicht grün eingezeichnet war. Ich hatte einen Plandownload gemacht (weil es im Umland kein Internet gab) und im Fußgängermodus war die Standortanzeige bei dieser Karte sehr ungenau. Dann fragte ich einen Buschauffeur, der konnte mit der Bildschirmkopie nichts anfangen. Ein anderer Buschauffeur wies mich an, bei dem Rundbau rechts zu gehen. Zweihundert Meter weiter traf ich Parksecurity-Leute. Denen zeigte ich wieder die Bildschirmkopie. Sie rieten mir stattdessen links vom Rundbau zu gehen, weil dort gibt einen „Tesco-Markt“ wie am Bild. Der Markt war der falsche Tesco-Markt, davon gibt es mehrere dort. Dafür habe ich diese nette begrünte Fassade entdeckt.

    Irgendwann bin ich im Kreis gegangen, weil wieder der Rundbau auftauchte. Schlussendlich ging ich „bachaufwärts“ am Rande des Parks, bis mir die Bauten bekannt vorkamen. Jaa, an dieser Kirche bin ich vorbei gekommen und an diesem Laden. Strafzettel hatte ich keinen am Auto, aber vielleicht kommt er mit der Post.

    Nach 20:00 Uhr muss man nichts mehr zahlen. Ich beruhigte meine Nerven indem ich vietnamesisch essen ging. Zuerst Fleischröllchen in Betelblättern gebacken. Der Betel hat nicht gewirkt (Betelblätter werden von Millionen Menschen im arabisch-malaischen Raum zusammen mit Kalk gekaut, das wirkt belebend) und danach noch Salat aus grünen Papayas.

    Hat sehr neutral geschmeckt, sie hätten die Papayas reifen lassen sollen, damit sie an Aroma zulegen.

    Nach dem Essen noch Weiterfahrt zum letzten Garten. Ich komme in stockdunkler Nacht dort an. Bleibe aber im nächsten Ort (da gibt es vielleicht Internet?). Vor einer Kirche war ein großer Parkplatz. Um fünf Uhr Früh Lärm in der Nähe. Neben dem Campervan baut ein Mann einen Marktstand auf. Höchste Zeit für mich, dort zu verschwinden.